Frostschutzaktion

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KHJ Frostschutzaktion 2008frostschutzaktion

Die Frostuschutzaktion ist ein soziales Projekt, das Obdachlosen und Bedürftigen in Graz zu Gute kommt.
Ziel ist es, zu beginn des Winters besagten Personen mit Kleidungsstücken, einem Lächeln und Süßigkeiten ein wenig Wärme in dieser oft bitterkalten Jahreszeit zu bringen.
In Zusammenarbeit mit dem Vinzidorf in St. Leonhard/Graz und der Caritas-Graz haben wir erfahren, dass es den Betreuungsstätten, die Anlaufstelle für etwa 200 Obdachlose sind, besonders an Socken und Unterwäsche fehlt.

Dauer des Projektes
bis Mitte Dezember

Arbeitsbereiche und Organisation
Die Frostschutzaktion ist ein Projekt, das von Grazer Studenten organisiert und auch durchgeführt wird; somit ist jeder (auch Nicht-)Student herzlich eingeladen mitzumachen und ein bisschen Wärme zu spenden.

Die Aufgabenbereiche sind vielfältig: angefangen von Sponsoren suchen (finanzielle und materielle Mittel), Werbung machen (nicht nur in Graz, sondern auch in Heimatort und Heimatpfarre), über aktive Strickarbeit leisten (vor allem Socken), Omas, Tanten, Mütter, StudienkollegInnen anstiften zu stricken, bis hin zu einkaufen und einsacken der erworbenen und gespendeten Produkte und natürlich am Schluss die Geschenksäckchen und –päckchen persönlich verteilen.

Motto: Wir sind um jede Hilfe dankbar, aber jeder macht nur so viel und das, was ihm Spaß macht!

Wie kann ich mitmachen?
Melde dich einfach per E-Mail khjgraz@m59.at oder schau Di oder Do bei uns im KHJ-Sekretariat vorbei (12-14 Uhr, Leechgasse 24).

Zur Belohnung gibt es lächelnde Gesichter, eine Menge Spaß in unserer Truppe und noch vieles mehr, eine Führung im Vinzidorf zum Beispiel!

Mach mit und schütz’ bedürftige Menschen mit deiner Wärme ein Stück vor der
winterlichen Kälte!!!

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KHJ Frostschutzaktion 2007

Wenn Socken, Schokolade und Smalltalk Wärme bringen

Es ist Freitag, der 14. Dezember 2007. Eine Gruppe engagierter Studenten ist auf den winterlichen Straßen der Grazer Innenstadt unterwegs und verteilt unter den Bettlern weiße Säckchen.

Begegnung mit den Bettlern
Marlis R. und Markus S. bilden eine Zweiergruppe, halten Ausschau nach einem Bettler, erspähen einen neben einem Mistkübel kniend und gehen mit einem Lächeln, aber dennoch ziemlich gespannt auf ihn zu. Die beiden knien sich zu ihm auf den Boden, beginnen ein Gespräch, fragen ihn nach seinem Namen, stellen sich selbst vor, wollen wissen, ob er Familie hat und ob er heute schon lange „bettelt“. Marlis und Markus mutmaßen aufgrund der Bejahung der Frage, dass dem Bettler kalt ist und dass er friert. Daher holen sie ein weißes Säckchen aus ihrem Rucksack hervor und erklären, was es damit auf sich hat. Darin sei ein Paar Stricksocken, eine Tafel Schokolade und ein Comic, alles Dinge die Wärme bringen sollen – sei es körperliche Wärme, sei es Wärme im Herzen. Der Bettler beginnt zu lächeln, freut sich riesig, ergreift aber auch gleich die Gelegenheit und fragt: „Geld?“.

Erfahrungsberichte
Markus und Marlis erzählen später, dass es ihnen nicht leicht gefallen ist, diese Frage mit Nein zu beantworten, da sie nun Einblicke in seine Not und sein ärmliches Leben bekommen haben. Aber sie meinten, dass es eben nicht die Intention und das Ziel der „Frostschutzaktion“ sei, Geld zu geben, sondern Kleidungsstücke, etwas Süßes und menschliche Wärme. Darüber hinaus berichten sie, dass es anfangs sehr schwierig war, sich mit dem Bettler zu unterhalten, weil wenig gemeinsame mündliche Kommunikationsmöglichkeit herrschte. Mit ein paar Worten Deutsch, ein paar Brocken Englisch und durch viel Gestik verständigten sie sich mit ihm.
Ähnliches erlebten die anderen Studenten, die ebenfalls in Zweiergruppen unterwegs waren. Theresa S. und Georg W. berichten beispielsweise, dass sie total überrascht waren, dass es so viele weibliche Bettler gibt und dass die Bettler so wenig Deutsch- und auch Englischkenntnisse haben, dass selbst ein kurzer Smalltalk zu einer wahren Herausforderung wird.
Katharina K. und Christoph T. zeigen sich höchst begeistert, dass die Bettler die Gespräche und auch das Geschenksäckchen ganz ohne Ablehnung, ja sogar überaus dankbar annehmen. „Wir haben eher gedacht, dass wir auf Ablehnung stoßen werden, weil wir kein Geld geben, wohlwissend, dass sie dieses wahrscheinlich am nötigsten brauchen, aber auch wohlwissend, dass man Geld für sinnlose Dinge ausgeben kann“, so Christoph T.

„Frostschutzaktion  – schon lange ein Traum“
Als Initiatorin und als eine der Organisatorinnen dieses Sozialprojekts erzählt Theresa S. daraufhin, dass es von Anfang an die Intention und das Ziel des Projekts war, nicht nur den Bettlern etwas zu geben, sondern auch den Studenten und Menschen, die daran teilnehmen. „Ich wollte schon immer einmal in Kontakt mit Bettlern treten, nur alleine, ohne Mittel, ohne geschützten Rahmen, in dem das abläuft, hatte ich nicht den Mut. Die Katholische Hochschuljugend Graz hat mir die Mittel, den geschützten Rahmen und vor allem andere motivierte Leute gegeben und deshalb ist dieses Projekt zustande gekommen.“

Emotionen
Nun stoßen auch Stefan H. und Christoph K. zur Gruppe, die sich mittlerweile in der Nähe des Bischofsplatzes getroffen hat, um sich auszutauschen. Strahlende Gesichter und lächelnde Augen – eine richtige Freude ist zu spüren, wenn man ihnen ins Gesicht schaut. Auf die Frage „Warum strahlt ihr so?“, berichtet Stefan glücklich: „Ich hätte mir nie gedacht, dass eine so kurze Begegnung mit einem Menschen, den man nicht kennt, so bereichernd sein kann. Das größte Geschenk (für einen selbst) ist das Lächeln, das man dem anderen auf die Lippen zaubert und die Freude, die er daran hat, dass jemand mit ihm redet und ihm etwas Gutes tun will.“

von Anita Füreder