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KHJÖ spricht sich gegen Zugangsbeschränkungen an den Universitäten aus!

Kann dem geforderten Gleichheitsgrundsatz der EU entsprochen werden, indem man darauf mit der Schaffung neuer Ungleichheiten antwortet? Die Vorsitzende der Katholischen Hochschuljugend Österreichs (KHJÖ), Barbara Mandl, meldet hier begründeten Zweifel an:

„Es steht außer Diskussion, dass jeder Mensch das gleiche Recht auf Bildung hat – und dass es Aufgabe des Staates ist, Bildungsmöglichkeiten zu schaffen und den Zugang zu ihnen zu garantieren. Das muss auch dann sichergestellt sein, wenn sich Schwierigkeiten ergeben, wie dies jetzt der Fall ist. Durch die Schaffung von Zugangshürden – seien sie nun finanzieller oder anderer Natur, seien sie am Beginn oder gegen Ende eines Studiums – wird jedenfalls definitiv gegen das gleiche Recht auf Bildung gehandelt.“ Der Gedanke, einen einheitlichen europäischen Bildungsraum auf Kosten der Chancengleichheit innerhalb Österreichs forcieren zu wollen, muss, so Mandl weiter, jedenfalls fragwürdig erscheinen.

„Die einzig adäquate Reaktion auf den EuGH-Schlussantrag ist eine breite Debatte über ein europäisches Bildungssystem, an der sich alle Betroffenen konstruktiv beteiligen und gemeinsam sinnvolle Alternativen, die einen internationalen, gleichberechtigten und hürdenfreien Zugang zu Bildung ermöglichen, erarbeiten können. Dieser breite Diskurs ist zum einen auf EU-Ebene notwendig, weil bildungspolitische Probleme einzelner Mitgliedsstaaten nicht in andere ausgelagert werden dürfen; zum anderen ist ein solcher aber auch innerhalb Österreichs gefordert – denn schließlich ist ein mögliches negatives Urteil nicht nur ein Problem für Leitungsgremien, sondern auch für ProfessorInnen, Mittelbau und vor allem die Studierenden, die eventuell weitere Qualitätsverluste zu befürchten hätten“, meint die stellvertretende Vorsitzende, Johanna Niederkofler.

Angesichts der (uni-)politischen Entwicklungen der letzten Jahre werden sich die verantwortlichen Stellen überdies die Frage gefallen lassen müssen, ob man sich tatsächlich hinter einem EuGH-Antrag verstecken kann, um die eigenen Vorstellungen einer Zwei-Klassen-Uni verwirklichen zu können. Dies umso mehr, als der freie Hochschulzugang bereits in den letzten Jahren massiv gelitten hat: „Überfüllte Hörsäle, endlose Warteschlangen, knock-out-Prüfungen am Anfang des Studiums, semesterlange Wartezeiten auf Seminarplätze – all das ist längst Realität an den Universitäten. Wenn Bundesministerin Gehrer der freie Hochschulzugang tatsächlich am Herzen liegt, muss es nun ihr vordringlichstes Anliegen sein, diesen zu erhalten und überdies auszubauen. Das heißt konkret, durch mehr finanzielle Mittel für bessere Studienbedingungen zu sorgen, sodass alle studieren können, die es wollen.“, fordert Mandl.

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