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Archiv für April, 2005

Bereit für die neue Freizeitgesellschaft?

25. April 2005

Den Höhepunkt der Tagung stellte das Impulsreferat von dem Berliner Politikwissenschafter Prof. Dr. Bernd Guggenberger dar, in dem er sich mit unserer Einstellung zu Arbeit, Arbeitslosigkeit und Freizeit auseinandersetzte. Arbeitslosigkeit und Verkürzung der Arbeitszeiten sollten nicht nur als persönliche und gesellschaftliche Belastungen, sondern auch als Chance zur kulturellen, sozialen und ästhetischen Selbstverwirklichung g esehen werden. Guggenberger kritisiert die Fokussierung und Ausrichtung des Lebens auf Erwerbstätigkeit, obwohl jeder Mensch damit nur rund 10% seiner Lebenszeit verbringt.

Die von allen Seiten geforderte Vollbeschäftigung ist aufgrund der immer weiter voranschreitenden Technologisierung und Rationalisierung nicht mehr möglich. Unserer Arbeitsgesellschaft geht sprichwörtlich die Arbeit aus. In Wahrheit ist die „Klagemauer Arbeitslosigkeit“, an der sich heute alle versammeln, doch ein uralter Menschheitstraum. Wir haben es nur verlernt, uns Beschäftigungen zu suchen, in die wir unser Herzblut und unsere Leidenschaft stecken können, in denen wir unsere persönliche Erfüllung und Bereicherung finden können.

Eine kreative und ausgleichende Gestaltung der Freizeit stellt für den modernen Menschen jedoch eine große Herausforderung dar und erfordert Mußefähigkeit, Bildungsbereitschaft und den Willen zur Erweiterung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Guggenberger stellte einen interessanten Vergleich zur Antike her, in der die Pflicht zu arbeiten kein erstrebenswerter Zustand war, sondern sich der Muße hinzugeben Priorität hatte. Guggenberger fordert auch in der modernen Gesellschaft als Ergänzung zum Recht auf Arbeit die Pflicht zur Muße! Bei anhaltend hoher Güterversorgung und Gewährleistung eines Mindestwohlstands für den einzelnen Menschen kann also Arbeitslosigkeit auch eine positive Errungenschaft sein, denn sie kann auch für den Menschen selbst mehr Freiheit für seine Persönlichkeitsentwicklung bedeuten.

Im Rahmen der Bildungstagung stand neben der Bearbeitung der Thematik in Kleingruppen außerdem eine Podiumsdiskussion mit Prof. Guggenberger, Mag.a Renate Böhm (Arbeiterkammer Salzburg), Dr. Christopher Kartnig (Psychotherapeut) und Dr. Renatus Capek (Atomic Austria) auf dem Programm. Im Rahmen dieser Diskussion hatten auch die TeilnehmerInnen der Tagung die Möglichkeit ihre kritischen Fragen an die DiskutantInnen zu richten und so einen inhaltlich wertvollen Beitrag zu der Auseinandersetzung mit dem Thema „Arbeit und Ruhe“ zu leisten.

Christoph Sulzer, Elisabeth Lueginger (KHJ Salzburg)

Bildungstagung

KHJÖ wählte neuen Vorstand

25. April 2005

Bei ihrer Vollversammlung wählte die Katholische Hochschuljugend Österreichs einen neuen Vorstand, wobei die Vorsitzenden in gewohnter Weise im Team weiterarbeiten werden.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass wieder zwei Frauen zu den Vorsitzenden der KHJÖ gewählt wurden. Ingrid Kreutzer studiert an der Montanuniversität Leoben Angewandte Geowissenschaften und Julia Baumgartner in Salzburg Katholische Theologie und Textiles Gestalten.
„Neben den laufenden Tätigkeiten, wie der Organisation interantionaler Exkursionen, Bildungstagungen oder Angeboten zur spirituellen und persönlichen Weiterentwicklung werden wir weiterhin zu bildungspolitisch relevanten Themen Stellung beziehen und die derzeitige Entwicklung in der Bildungslandschaft kritisch beobachten“, schildert Ingrid Kreutzer die Zukunft der KHJÖ.
Weiters wird ein starkes Augenmerk auf die Fachhochschulen gelegt werden. „Dieser Bereich wird bis jetzt sehr wenig wahr genommen und wir möchten versuchen, auch Studierende an Fachhochschulen zu erreichen, die sich neben dem Studium mit Themen wie Spiritualität, Forschung und Ethik auseinander setzen möchten“, plant Julia Baumgartner.
Neben den Vorsitzenden wurden auch Christoph Sulzer, der in Salzburg Landschafts-, Stadt, und Regionalmanagement studiert, zum Finanz- und Norbert Oberndorfer, ein Wirtschaftsinformatik-Student aus Linz, zum Auslandsreferenten gewählt. „Ich freue mich schon auf die Tätigkeit als Auslandsreferent und werde mich verstärkt um eine internationale Vernetzung katholischer Studierendenorganisationen bemühen“, so der neue Auslandsreferent.
„Die Zusammenarbeit wird aufgrund unserer unterschiedlichen Hintergründe und Blickwinkel sicher sehr spannend und konstruktiv“ ist sich das neue Team sicher. „Ein großer Dank gebührt Barbara Mandl und Johanna Niederkofler, die zwei Jahre lang Vorsitzende der KHJÖ waren. Durch ihr Engagement haben sie sehr viel zu der Entwicklung der KHJÖ beigetragen und legen die Latte für eine Nachfolge sehr hoch“, lobt Ingrid Kreutzer ihre Vorgängerinnen.

Vollversammlung

„work in progress – working progress“

7. April 2005

Am 22. April 2005 wird die Bildungstagung der Katholischen Hochschuljugend Österreichs unter dem Titel „work in progress – working progress“ in Salzburg stattfinden.

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Hinter dem Titel „work in progress – working progress?“ der diesjährgen Bildungstagung der Katholischen Hochschuljugend Österreichs steht das Motto „Arbeit und Ruhe“ . Die KHJÖ möchte mit diesem Thema darauf aufmerksam machen, dass Ruhe- zunehmend von den Arbeitszeiten verdrängt werden. Unseren Mitgliedern und anderen TeilnehmerInnen der Bildungstagung wird die Möglichkeit geboten, die aktuellen Veränderungen in Arbeits- und Freizeitwelt kritisch zu hinterfragen. Hauptreferent Prof. Dr. Bernd Guggenberger (Politologe und Sozialphilosoph, Freie Universität Berlin) wird über den Wandel von Arbeit und ihrer Bedeutung für die Gesellschaft sprechen und anschließend dem heutigen Arbeitsverständnis ein alternatives Konzept gegenüberstellen: Kann es in Zukunft so sein, dass immer weniger Menschen immer mehr arbeiten – wie die Entwicklung zur Zeit aussieht – oder wäre es nicht besser, die Erwerbsarbeit auf alle aufzuteilen und die freiwerdenden Zeitressourcen „sinnvoll“ zu verwenden? Im Anschluss an den Vortrag ist eine Diskussion der Ideen und Anregungen von Prof. Dr. Guggenberger in Kleingruppen geplant. Ab 19.30 Uhr diskutieren Mag. Renate Böhm (Referentin für Wirtschaft, AK Salzburg),Dr. Christopher Kartnig (Facharzt für Psychologie und Psychotherapeut) und Dr. Renatus Capek (Director Legal & Human Resources bei Atomic Austria) mit Prof. Dr. Bernd Guggenberger zum Thema. Nähere Informationen gibt es unter khjoe(a)khj.at.

Programm der Bildungstagung und Vollversammlung
Beginn: Freitag, 22. April, ab 14 Uhr
Ende: Samstag, 23. April, 15 (18) Uhr
Ort: Salzburg

Freitag, 22. April:
14 bis 15 Uhr: Bezug der Unterkünfte
15 bis 16 Uhr: Kaffee an der Kath. Theol. Fakultät (Universitätspl.1)
16 bis 21 Uhr: Bildungstagung
ab 22 Uhr: Freitagsfest in der KHG (Wr. Philharmonikergasse 2)

Samstag, 23. April
Ab 7.30 Uhr: Frühstück in St. Joe
9 bis 10 Uhr:gemeinsamer Gottesdienst mit Altweihbischof Jakob Mayr
10.30 bis 12.30 Uhr: Vollversammlung; TOP’s sind unter anderem die Wahl der Vorsitzenden und die Änderung der Arbeitsweise
13 bis 15 Uhr: gemeinsames Mittagessen in der KHG-Mensa
15 bis 17.30 Uhr: Workshop „typisch:atypisch“:
Die Problematik atypischer Beschäftigungsverhältnisse wird zum einen durch einen theoretischen Input bezüglich der Situation atypisch Beschäftigter beleuchtet und Folgen und Probleme des Trends der Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse werden eruiert. Zusätzlich soll auch auf die konkrete Situation Studierender, die sich häufig in solchen Beschäftigungsverhältnissen befinden, eingegangen werden. Referent ist Clemens Miniberger von work@flex. Wir bitten um Anmeldung bis spätestens 12. April per Mail (khjoe@khj.at). Du kannst auch schon Fragen formulieren, die dir diesbezüglich unter den Nägeln brennen, sie werden dann weitergeleitet. Wir freuen uns auf Dein Kommen und bitten bis 12. April um Rückmeldung, ob du teilnimmst, im Generalsekretariat (khjoe@khj.at) oder im Sekretariat am Hochschulort. Bitte gib auch an, ob du am Workshop teilnehmen willst.

Bildungstagung