Jetzt an Lösungen arbeiten!

Stellungnahme der KHJÖ zu den Audimax-Protesten
Die Katholische Hochschuljugend Österreichs begrüßt, dass der Reformstau an den Universitäten wieder oben auf der politischen Agenda angekommen ist. Sie warnt aber alle Beteiligten davor, sich mit utopischen Forderungen oder Fundamentalopposition dagegen in ideologischen Grabenkämpfen zu verirren.
Jede/r soll Chance zu guter Ausbildung bekommen!
Es herrscht wohl Konsens darüber, dass es Ziel der Bildungspolitik sein muss, jungen Menschen die jeweils bestmögliche (Aus)bildung in bestmöglichen Bildungseinrichtungen zu bieten. Die Finanzkraft der Eltern darf dabei keine Rolle spielen und soll niemanden vom Studieren abhalten.
Jede/r soll das studieren können, was er oder sie will. Schließlich wird man nur einen Beruf gut ausüben können, den man gerne macht. Ordentliche Studienbedingungen müssen gewährleistet werden!
Es geht um Fixplätze in Pflichtseminaren möglichst in Verbindung mit einem Sitzplatz im Hörsaal. Es geht darum, nicht ein halbes Jahr auf eine Betreuungsperson für die Diplomarbeit zu warten – und im Idealfall nach dem Abschluss des Studiums auch einen entsprechenden Beruf zu finden!
Die KHJÖ betont aber auch, dass Ausbildung ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes der Sache auf keinen Fall dienen!
Uni als Lebensraum!
Uni darf kein Ort sein, wo Studierende als bloße Bildungskonsumenten betrachtet und behandelt werden. Sie muss Platz bieten, um über die eigentliche Fachausbildung hinaus noch zusätzliches Wissen und Qualifikationen zu erwerben. Sie darf auch ehrenamtlicher Betätigung nicht die Luft nehmen vor lauter Anwesenheitspflicht und zunehmender Verschulung. Blankes „Nutzwissen“ darf nicht einfach vor breiteres „Bildungswissen“ gestellt werden!
Demokratie lebt von selbstständig denkenden, kritischen Menschen!
Wenn jungen Menschen schon die Ausbildungsstätte lehrt, dass man am besten durchkommt, wenn man stur das Vorgegebene lernt und am besten mit dem Strom schwimmt, wird man irgendwann in der Sackgasse der Unselbstständigkeit landen.
Sprung über ideologischen Schatten!
Ideologien sind wichtig als individuelle Wertewegweiser, dürfen aber sachliche Problemlösungen nicht verhindern. Es ist möglich, dass Studierende mit den Studienbedingungen unzufrieden sind, und trotzdem noch immer nicht mit der kubanischen Revolution sympathisieren!
Wenn sich die Proteste wieder auf die wesentlichen Probleme an den Unis konzentrieren, kann auch eine größere Masse von Studierenden diese Proteste unterstützen.
Auch von den ÖH-Fraktionen von links bis rechts erwartet sich die KHJÖ den Sprung über den ideologischen Schatten und eine inhaltliche Zusammenarbeit. Spätestens dann wird das Ministerium in einen Dialog auf Augenhöhe eintreten müssen.







Die richtige Antworten geben
Die KHJÖ zeigt in ihren Stellungnahmen ein ganz besondere Schwäche der Proteste auf und bietet gleichzeitig Lösungen an.
Wenn alle ideologischen Richtungen von Links bis Rechts über ihren Schatten springen und gemeinsam an einem Strang für die Studierenden ziehen, dann ist eine Verbesserung der Situation an den Universitäten möglich.
Die Aufmerksamkeit ist nun da. Jetzt muss sie von den Verantwortlichen der ÖH und in den besetzten Hörsälen genützt und positiv kanalisiert werden.
Die Forderungen haben durchwegs ihre Berechtigung und sind teilweise schon Jahrzehnte alt!
Es ist Zeit, dass unser Minister handelt und sich mit den Studierenden an den Verhandlungstisch setzt.
Die KHJÖ kann hier mit ihrem Vorsitzenden Simon Ebner, der zu den verschiedensten Studiengruppen sehr gute Kontakte pflegt ein wichtiger Eckstein sein.
Viel Erfolg und weiterhin viel Kraft für Eueren Einsatz für alle Studierenden in Österreich und auch für jene die es einmal werden wollen !
MfG Philipp Ploner Gen.Sek a.D.