Istanbul 2009 - Tag 1 - Topkapi
Ankunft Flughafen Sabiha Gökcen auf der asiatischen Seite des Bosporus ca. 4.15 Uhr Ortszeit ( Zeitverschiebung: plus 1 Stunde). Taxifahrt über den Bosporus ins Zentrum von Istanbul, genauer gesagt in den Stadtteil Eminönü, in dem unsere Jugendherberge steht, wenige Gehminuten von den Hauptsehenswürdigkeiten Hagia Sophia, Topkapi Palast und Blauer Moschee entfernt. Den frühen Vormittag verschlafen wir, dann brechen wir zum Sultanahmet-Park auf. Wenn 26 Leute an zwei Bankomaten Geld abheben wollen, dauert das. Die Schlange vor dem Ticketschalter für den Topkapi-Palast ist auch lang, und außerdem stellt sich heraus, dass wir uns am Schalter für die Einheimischen angestellt haben. Glücklicherweise kann Katharina Zimmerbauer so gut Türkisch, dass uns der Beamte trotzdem die mit 20 Lira (10 Euro) recht teuren Karten verkauft. Einige von uns legen sogar noch zusätzliche 15 Lira für die Besichtigung des Harems aus. Der ist aber wirklich sehenswert: Wunderschöne Fliesen, Mosaiken und Gemälde schmücken die prächtigen Räume. Beeindruckend ist auch der übrige Sultanspalast, in dem wir den restlichen Nachmittag verbringen. Etwas merkwürdig erscheint uns die Präsentation der heiligen Reliquien des Islam, die Gläubige wie Touristen gleichermaßen anlocken. Ausgestellt sind unter anderem der Fußabdruck, Barthaare, Briefe und ein Zahn des Propheten Mohammed. Was wirklich irritiert, sind die ohne Fragezeichen abgedruckten Datierungen bei einem angeblichen Topf Abrahams und dem angeblichen Stab des Mose: 2000 B.C. und 1400 B.C. Weil man Abraham und Mose gemeinhin in diesen Zeiträumen ansetzt, müssen wohl auch die ihnen zugeschriebenen Reliquien aus dieser Zeit sein. Für uns sieht es so aus, als ob hier Archäologie und kritische Geschichtswissenschaft zugunsten des Volksglaubens zu schweigen hätten.






