Brücke 05/2012 – Lifestyle

19. Januar 2013

Welchen Lifestyle habe ich als Studentin und Mitglied einer katholischen Studentengruppe wie der KHJ-Leoben? Was prägt unseren christlichen Lifestyle in der KHJ-Leoben?

Wir, von der Katholischen Hochschuljugend Leoben, haben uns vor dem Sommer überlegt, wie wir junge Studentenkollegen/innen für unseren christlichen Lifestyle begeistern können. Es gab viele verschiedene Meinungen, wie wir dies gestalten könnten. Einerseits wurde uns bewusst, dass vor allem die Kontinuität bewährter Rituale, wie der gemeinsame Besuch der Sonntagsmesse, das Morgengebet am Dienstag und auch das Abendgebet am Donnerstag, unsere Studentenwoche stark beeinflusst und unsere Zusammengehörigkeit stärkt.  Wir wollten aber auch auf uns aufmerksam machen und auch bei jenen Studenten bekannt werden, die unsere Gruppe noch nicht so gut kennen. Daher haben wir ein Semester-Opening veranstaltet, das unter dem Motto „burning down the sau – die KHJ Leoben stellt sich vor“ stattfand. Die Motivation für dieses Fest war, neue Mitglieder für die KHJ Leoben zu begeistern. Gestartet wurde mit einem Gottesdienst um 18:00 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Xaver in Leoben. Anschließend ging die Party im Josefinum los, wo bereits das Spanferkel am Grill lag. Zu trinken gab es Bier, Wein und das Spezialgetränk HUGO. Für die Nachspeise standen viele verschiedene Kuchen bereit. DJane Kathi sorgte für gute Stimmung. Die Party war sehr gut besucht und wir hoffen, dadurch auch einige neue Mitglieder gewonnen zu haben. Es war uns wichtig zu zeigen, dass wir viele verschiedene Veranstaltungen, wie Partys, gemeinsames Kochen, Künstlercafé oder auch Kulturausflüge organisieren. Wichtig dabei ist uns stets, die Zusammengehörigkeit und das Gefühl „in einer Gemeinschaft aufgehoben sein“, zu vermitteln und zu leben! Dieses Gefühl möchten wir auch an Studenten weitergeben, die noch auf der Suche nach ihrem Lifestyle und einer Gemeinschaft sind.

Aber zählt nun nur der Erfolg möglichst viele neue Mitglieder zu finden, oder gibt es noch etwas, das mehr zählt?

Zählt nicht auch der Gedanke daran, andere Menschen dafür zu begeistern auch ein Leben im Blick auf die christlichen Wurzeln zu leben? Natürlich kann diese Begeisterung unterschiedlich stark ausfallen und nicht jeder möchte unseren Lifestyle übernehmen, dies muss uns auch immer wieder klar sein. Wichtig ist jedoch, dass jeder seinen Lifestyle findet, einen Lifestyle, der Identität und Halt gibt. Damit wird das Leben für uns und unsere Menschen wertvoll und wir müssen uns nicht krankmachenden gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen. Es liegt an jedem von uns, diese Zwänge und starre Strukturen zu hinterfragen, aufzubrechen und einen individuellen, für uns passenden Lifestyle zu finden. Dies kann für den einen der christliche Lifestyle und für den anderen ein anderer, genauso wertvoller Lifestyle sein.

Karina Reppnig

matthias Allgemein

Brücke 04/2012 – Glaube

18. Januar 2013

Als ich das E-Mail erhalten habe, dass ich zum Thema Glaube meine Gedanken niederschreiben darf, wusste ich anfangs nicht so genau, wie ich an dieses Thema herangehen sollte. Dann erinnerte ich mich an ein Zitat, das ich vor einiger Zeit gelesen habe:

Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzten kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. 

Marie von Ebner-Eschenbach

Dieses Zitat ist eine sehr interessante Herangehensweise zum Thema Glaube. Ich denke jedoch, dass in diesem Begriff noch viel mehr drinnen steckt. Jeder von uns glaubt an etwas, ich meine, auch wenn so manche von sich behaupten „Glaubensfrei“ zu sein. Für uns Christen ist der Glaube an Gott und Jesus von besonderer Bedeutung. Dieser Glaube verbindet uns in unserer Gemeinschaft. Was verbindet uns mit den anderen Gläubigen dieser Welt? Ich denke, dass dies der Glaube ist, dass Gott, welchen Namen auch immer wir ihm geben, alle Menschen dieser Welt begleitet, dass es ein göttliches Gegenüber und Danach, ein Leben nach dem Tod gibt.

In den letzten Jahren wenden sich immer mehr junge Menschen von der katholischen Kirche ab. Meist hört man Kommentare wie: „Ich kann auch ohne Kirche gläubig sein.“ Diese Meinung kann ich nicht nachvollziehen. Ich denke es braucht natürlich eine Gemeinschaft wie die der Christen, Juden oder Muslime, um seinen Glauben leben zu können. Den Glauben bedeutet vor allem Vertrauen. Ein Vertrauen darauf zu haben, dass in schwierigen Zeiten jemand an meiner Seite steht und mir neue Kraft gibt. Gott und meine Mitmenschen geben mir Vertrauen, eine neue Zuversicht, um an meine eigenen Ressourcen und Kraftquellen glauben zu können und um positiv in die Zukunft zu gehen.

Leider erleben viele junge Menschen die Kirche aufgrund vieler einseitiger Berichterstattungen, sehr negativ. Leider haben Menschen in der Kirche in den letzten Jahren aber auch immer wieder Gründe genug für negative Meldungen gegeben.

Ich wünsche mir, dass sich junge Erwachsene um ein eigenständiges Bild der Kirche bemühen. Dass sie mit diesen guten Erfahrungen, wie auch ich in der Katholischen Hochschuljugend, Kraft für das Leben schöpfen. Dass sie glauben können, dass diese Kraft in der Gemeinschaft – dass Gott mit uns – die Welt zum Guten verändert.

 

Karina Reppnig

matthias Allgemein

Besinnungstage der KHJ-Leoben

25. März 2012

09.03-11.03.2012

Lass du mich Stille werden,
mein Herz und Gott,
nur deine Stimme hören in Glück und Not.
Bring eignes Wollen in mir zur Ruh`
und meines Lebens Fragen
entscheide DU

Still werden. Den Atem spüren. Mich in Gottes Gegenwart stellen.
Gerade in der Fastenzeit sollte man sich der wichtigen Dinge im Leben bewusst werden. Doch für viele ist das oft gar nicht so leicht. Wir hetzen von Termin zu Termin und sind am Abend froh, einfach nur vorm Fernseher zu liegen und an nichts mehr denken zu müssen.

Als Student fällt auch das häufig weg, da sind oft Lern-Nachtschichten am Plan, um die Übungen und Prüfungen zu bestehen. Als Ausgleich geht man dann schon gern mal auf ein Bier mit seinen Freunden, doch das kann man selten genießen, da man mit dem Kopf schon wieder bei der nächsten Lehrveranstaltung ist. Es ist einfach sehr schwer, zur Ruhe zu kommen.

Die KHJ Leoben bot letzen Freitag die Möglichkeit, unter der Leitung von Pater Albert Holzknecht, Besinnungstage im Stift Seckau zu verbringen. Die Gelegenheit nutzten inklusive mir noch zehn weitere Studenten. Diese kurzen Exerzitien oder Besinnungstage behandelten die Themen „Stille“, „Gott als Schöpfer“ und „Die barmherzige Dreifaltigkeit“. Pater Albert brachte uns die Themen mithilfe von Schriftbetrachtungen und Gebeten näher. Dieses Wochenende bot Zeit, sich mit seinen Problemen und Gedanken in Ruhe auseinander zu setzen und diese Chance wurde von jedem Teilnehmer wahrgenommen. Außerdem gab es noch die Möglichkeit eines Begleitgespräches mit Pater Albert, was auch einige nutzten. Am Samstagabend konnte man zur Beichte gehen, danach merkte man jedem einzelnen an, wie gut das tun kann. Es war für mich eine unglaublich wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Ich glaube es ist wichtig, in so einer stressigen Zeit wie heute, sich mal eine Pause zu gönnen. Gebete und die Bibel können hierzu eine Hilfestellung bieten. Ich möchte euch nun alle dazu anregen, einen kurzen Moment still zu werden. Geht in die Natur, werdet euch der Kraft der Sonne bewusst, genießt den Wind und hört den Klang der Vögel. Versucht für kurze Zeit die Alltagssorgen zu vergessen und nehmt einfach nur wahr.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals für die tolle Betreuung von Pater Albert bedanken. Er hat uns allen gezeigt, wie schön und erholsam es sein kann, wenn man versucht zur Ruhe zu kommen und nicht immer vor allem „wegrennt“ Man muss sich seinen Gefühlen und Ängsten stellen, nur so kann man aus seinen Schwächen Stärken machen.

Außerdem danke ich Raphael und allen anderen fleißigen KHJlern und –innen für die super Organisation!

Zum Schluss möchte ich an einen Satz aus der Bibel (1 Kön 19,4-13) erinnern:

Nicht im Getöse, im Leisen zeigt sich der Weg.

Alles Liebe
Marlies

vapz Allgemein

KHJ Vollversammlung

6. Dezember 2011

Die KHJ Leoben lädt recht herzlich zur Vollversammlung am Montag, 12. Dezember 2011 um 20.00 Uhr im Josefinum ein! Was sehr förmlich und streng klingt, sollt aber eher ein anregender Gedankenaustausch und ein inspirierend-motivierendes Beisammensein werden.
Anschließend gibt es noch eine kleine Weihnachtsfeier!

Wir freuen uns auf dein Kommen!
Raphael, Wolfi, Joel, Fabian

vapz Allgemein

KHJ-Ausflug nach Maribor

20. November 2011

Am 26. Oktober um 9 Uhr früh war es soweit. 8 mutige Studenten der KHJ trafen sich, um mit dem Zug eine Reise ins benachbarte Slowenien, nach Maribor, anzutreten. 3 Tage lang sollte gemeinsam mit Pfarrer Dr. Markus Plöbst und Pater Albert Holzknecht die Kulturhauptstadt Europa 2012 erforscht werden.

Nach der Ankunft und einem  gemeinsamen Mittagessen wurde erstmal der laut Slowenen größte Weinkeller Europas besucht, sowie der unten gelagerte Wein verkostet. Bei einem ausgiebigen Stadtspaziergang besichtigte man unter anderem am malerischen Drauufer die älteste Weinrebe der Welt (über 400 Jahre alt), den beeindruckende Dom, die mächtige Stadtburg und die anmutigen Gässchen der Altstadt.

Da Markus Plöbst im Bischof von Celje einen guten alten Freund wiedersehen wollte – der ihn damals (und dieser spannenden Geschichte durften wir in Slowenien öfters lauschen) aus dem Gefängnis befreite, hieß es am nächsten Tag ab in die viertgrößte Stadt Sloweniens. Dort angekommen wurden wir erst einmal vom Bischof mit leckerem, traditionell slowenischem Mittagessen versorgt. Anschließend hatte er sogar noch Zeit für die Besichtigung des malerischen Städtchens und die Feier einer Messe im Dom. Ausklingen ließen wir den Tag bei gutem Essen, dem einem oder anderen Gläschen Wein und einer leckeren Geburtstagstorte.

Bevor es am Nachmittag des 28. Oktober wieder ins schöne Österreich zurückging, wurden die sonnigen Stunden eines traumhaften Herbsttages für einen Spaziergang auf den städtischen Weinberg, den Piramida, genutzt, wo wir nicht schlecht über die beeindruckende Aussicht über das gesamte ostslowenische Hügelland staunten.

Unser Fazit: Slowenien ist definitiv eine Reise wert.
Raphael Esterl

vapz Allgemein

Hilfe, ich bin berufen!

19. September 2011

Weshalb gibt es in den Europäischen Ländern einen Priestermangel? Es wird doch junge Männer geben die mit dem Gedanken spielen Priester zu werden? Ja, die gibt es! Doch aus Angst „Hilfe, ich bin berufen!“, verdrängen Sie diesen Gedanken sofort. „Was würden meine Familie, meine Freunde und die Anderen dazu sagen?“

Genau, was würden die dazu sagen? Junge Menschen die eine geistliche Berufung spüren, haben meistens keinen Ansprechpartner. Sie werden von niemanden gefördert. Niemand spricht sie an. Ihre Berufung findet keinen fruchtbaren Boden, nicht in der Familie, nicht bei Freunden und schon gar nicht bei den „Anderen“. Sollten es doch manche wagen ihre innersten Wünsche auszusprechen, dann werden sie in die Außenseiterrolle gedrängt.

Wenn Menschen gewollt sind, die ihrer geistlichen Berufung nachgehen, dann muss eine Gesellschaft geschaffen werden, die Berufe wie Priester, Ordensmann, Ordensfrau, Religionslehrer und Religionslehrerinnen wertschätzen. Es muss die Freude zum Ausdruck kommen, wenn sich jemand entscheidet diesen mutigen Weg zu gehen.

Wenn sich eine Frau zum Priestertum berufen fühlt, dann hat sie einen Grund zu sagen: „Hilfe, ich bin berufen!“
Es gibt sie, weibliche Personen die das Sakrament der Priesterweihe empfangen möchten. Erst in persönlichen Gesprächen äußern die meisten Frauen ihr „geheime Berufung“, die sie soweit wie möglich auch ausüben zum Beispiel als Pfarrgemeinderatsmitglied, Ordensfrau, Pastoralassistentin, Mutter oder Studentin in einem katholischen Verein. Sie alle können ihre Berufung jedoch nicht ganz zum Beruf werden lassen. So reduziert die Katholische Kirche die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch sich zum Priester weihen lässt, um die Hälfte.
Eine junge Frau sagte dem Erzbischof von Salzburg, Alois Kothgasser, bei einer öffentlichen Diskussion, dass sie gerne Priesterin werden möchte. Der Erzbischof antwortete: „Das kann nicht die Kirche alleine entscheiden, es braucht dazu den heiligen Geist. Er schenkt uns die Kraft, den Mut und die Weisheit, den Willen Gottes zu tun.“

Jeder Christ und jede Christin ist dazu berufen den Willen Gottes zu tun. Zu jeder Zeit hat ein Mensch die Freiheit sich zu entscheiden. Nichts kann einfach „passieren“, alles geschieht durch das Handeln von Personen. Die Gläubigen sind dazu berufen Jesus nachzufolgen, das bedeutet so zu handeln wie Jesus gehandelt hätte. Diese Nachfolge kann jeder in seinem Beruf, in der Familie, auf der Universität oder in der Katholischen Hochschuljugend verwirklichen.
von Elisabeth Jäger

vapz Allgemein

Wir brauchen einen Skandal

27. Juni 2011

Die Medien sind ein hervorragendes Mittel um auf sich aufmerksam zu machen. Promis wissen wie man dieses „Werkzeug“ benutzt. Egal ob positive oder negative Schlagzeilen, die Hauptsache ist, eine Großaufnahme am Titelblatt.

Nicht so in der Kirche! Die Skandalnachrichten über sexuellen Missbrauch haben die Gläubigen hart getroffen. Menschen verloren das Vertrauen in die Kirche. Zahlreiche Austritte waren die Folge.

Die Medien sprachen von Krise, Tiefschlag, Skandal. Man sollte hier nichts beschönigen, doch es geschah etwas Wesentliches: Die Kirche hatte plötzlich Präsenz!

Diese Präsenz hat sich gehalten. Endlich sprechen die Leute über Glauben, Religion und Kirche. Sie sprechen über Gefühle und Erfahrungen die sie in ihrem Leben gemacht haben. Das Thema Moral wird heiß diskutiert. Welche Werte werden in unserer Gesellschaft vertreten? Kann man die Wertevorstellung der römisch katholischen Kirche heute noch leben? Christen und Christinnen zeigen Initiative. Auch Jugendliche engagieren sich. Kreative und sinnvolle Projekte werden gestartet um den Menschen den Glauben wieder näher zu bringen. Reformen treten in Kraft, zumindest werden Vorschläge ernsthaft diskutiert.

Potential ist vorhanden, nun geht es darum die vorhandene Energie zu nützen!

Die Katholische Hochschuljugend Leoben nutzt die unterschiedlichsten Medien um Information zu verbreiten. Durch Zeitungen, Homepage, Infoständer, e-mails usw., versuchen sie Präsenz zu zeigen. Diese Bemühungen sind oft umsonst. Menschen sind von Informationen übersättigt. Jeder muss beinhart aussortieren. Was ist wichtig? Was interessiert mich? Um gehört zu werden und um Aufmerksamkeit zu erlangen braucht man heutzutage einen Skandal. Vielleicht sollte die Katholische Hochschuljugend Bettler und Obdachlose zum Mittagessen einladen, oder ein Seminar zur natürlichen Empfängnis Regelung für Männer veranstalten. Möglicherweise wäre das Skandal genug um das Interesse der Studenten und Studentinnen zu wecken.

elisabeth Allgemein

Christentum und Bildung

21. Januar 2011

Das Fundament der europäischen Kultur in der Krise

Immer mehr Christen kehren der Kirche den Rücken zu. Sind es auf der einen Seite die vermeidlich hohen Kirchengebühren, findet manch anderer kaum mehr Identifikation mit der aktuellen Kirchenpolitik.

Parallel zur Krise der Kirche liegt auch die Bildungspolitik in misslicher Lage. Sie wird in letzter Zeit mehr denn je kritisiert. Das Spektrum der Kritiker reicht von unbefriedigenden Ergebnissen in Bildungsstudien wie Pisa bis hin zu unglücklicher Finanzpolitik der Universitäten.

Die Befürchtungen der Universitätsbevölkerung, Europa verliere nun auch seine Vormachtstellung in der Bildung scheinen berechtigt.

Die Befreiung von Studiengebühren soll abgeschafft, das Budget für Universitäten gesenkt werden.

Steht akademische Bildung bald nur noch der sozialen Oberschicht zu?

Die herausragende Universitätsausbildung, die für Österreich und Deutschland ein Aushängeschild ist, war soweit in den letzten Jahren noch für jeden Bürger zugänglich.

Doch nun und nicht nur durch die erhöhten Studiengebühren scheint der akademische Bildungszweig ein Privileg für die obere Mittelschicht zu werden.

Sind es die überfüllten Lehrsäle, die die Politiker mit ihrer Bildungspolitik zu entlasten versuchen?

Zudem müssen wir durch die Globalisierung der Bildungsinfrastruktur wie Bachelor und Master eine Degradierung unserer Bildungssystems verkraften.

In einem Land in dem es kaum Rohstoffe gibt, sind Wissen und Forschung der Garant für das Überleben in der Globalisierung.

Wenn diese nun sukzessiv durch rigorose Sparmassnahmen an Qualität verlieren, wird auch die Industrie früher oder später an Standorte im Ausland abwandern, wo nicht nur qualifizierteres Personal geboten ist, sondern auch Bereitschaft für Investition und Innovation.

Doch wo liegt die Ursache für diesen Werteverfall?

Das Christentum nämlich legte seit alters her viel Wert auf hohen Bildungsstandard.

In den letzten Jahren hat sich jedoch ein falsches Verständnis dieser Tatsachen in der Bevölkerung eingenistet.

Man glaubt, die Kirche sträube sich gegen Fortschritt. Doch waren die ersten Naturwissenschaftler nicht alles christliche Gelehrte, die eine Erklärung für so manch Unerklärbares zu vermitteln versuchten?

So ist es nicht verwunderlich, dass die Kirche die ersten Bildungseinrichtungen gründete um Aufklärung in die Bevölkerung zu bringen.

Mit diesen Einrichtungen schuf das Christentum Kultur und Moral – ein Grundstock dem wir unseren Fortschritt aber auch unsere Werte verdanken.

Mit dem Aberkennen dieser traditionellen Bildungselite und der Neudefinition der Struktur, wird das Bildungszentrum verdrängt.

Die Katholische Hochschuljugend Leoben ist der Überzeugung, dass diese Werte erhalten bleiben sollten und will mit ihrer Präsenz den Stellenwert

der Christlichen Moral betonen.

Die Investitionen in Bildung sowie die Förderung christlicher Familien sind von elementarer Bedeutung für unsere Zukunft.

Raphael Allgemein

Der Weg zum Collegium Josefinum

5. November 2010

Nach langen Verhandlungen mit der Stadtgemeinde Leoben und der Errichtung eines Neubaus für Kindergarten und Schülerhort konnten diese Betreuungseinrichtungen des Josefinum im Februar 2009 aus dem alten Stammhaus ausziehen. Dank des Einsatzes von Stadtpfarrer Dr. Markus Plöbst und Bgm. Dr. Matthias Konrad gelang es auch, die Nachnutzung des nun freistehenden Gebäudes als Studentenheim rasch zu regeln. Schon im Sommer 2009 war die Finanzierung gesichert und die Umbauarbeiten begannen.

Mit Beginn des Studienjahres 2010 erstrahlt das altehrwürdige Haus in frischem Glanz und beherbergt das „Collegium Josefinum“, in dem bis zu 76 Studenten eine Unterkunft finden. Es soll den Leobner Studenten als Ort der Begegnung, aber auch der außeruniversitären Weiterbildung dienen. Durch die Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemeinde ist auch die seelsorgliche Betreuung sichergestellt. In diesem Sinne war auch die Eröffnungsfeier am 12. Oktober mit Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari sehr feierlich und das Heim konnte seiner Bestimmung als Zentrum für Begegnung, Bildung, Glaube und Kultur übergeben werden. Auch wurde die ausgesprochen schön gestaltete Kapelle im Zuge dieser Feier eingeweiht.
Die Ausstellung „Menschensohn“ von Franz Yang-Močnik am Abend desselben Tages war ein weiterer gelungener Teil der schönen Eröffnungsfeier. Am Abend fand der Tag mit dem ersten Studentenfest seinen Abschluss. Dies war für die Bewohner des Heimes die erste Gelegenheit, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich am Standort Leoben zum ersten Mal zu präsentieren, was überaus gelungen ist.
Nun gilt es, in diesem Haus der Begegnung eine Gemeinschaft zu formen und das soziale Zusammenleben zu fördern. Fixpunkte im Wochenprogramm sind schon das gemeinsame Morgengebet (Laudes) jeden Dienstag um 7:30 Uhr mit anschließendem Frühstück sowie der Gebetskreis, der jeden Donnerstag um 21:00 Uhr in der Hauskapelle im kleinen, schönen Rahmen stattfindet.
Wir freuen uns jedenfalls auf die Erlebnisse und Begegnungen, die in diesem Haus in Fülle stattfinden werden. Die KHG kann sich nun in Leoben entwickeln, dafür sei allen Verantwortlichen ein herzliches „Vergelt’s Gott“ ausgesprochen.

Dr. Harald Rechberger, Geschäftsführer                  Wolfgang Ziegler, Heimsprecher

elisabeth Allgemein

Heiße Sohlen

20. Mai 2010

Tiefe Temperaturen, Regen und sogar Schneefall – so lautete die Wettervorhersage für 13. bis 16. Mai 2010. Das Christi Himmelfahrt Wochenende, und somit die Österreichische Studierenden Wallfahrt nach Mariazell war eine nasse Angelegenheit. Doch fünf junge Leute aus Leoben zeigten, dass sie keine Schönwetterchristen sind und machten sich auf einen dreitägigen Pilgerweg von Leoben nach Mariazell auf.

Nach dem Reisesegen von Stadtpfarrer Markus Plöbst führte die erste Etappe über das Himberger Eck nach Oberdorf. Die sportliche Gruppe konnte die 800 Höhenmeter in weniger als drei Stunden zurücklegen. Nach der Mittagspause an der Bushaltestelle, begann es zu regnen. Der Regen wollte bis St. Katharein nicht nachlassen. Wolfgang Ziegler, konnte die Gruppe bei Laune halten und wurde deshalb zum Motivator der Wallfahrt erwählt. In Etmißl feierte die Pilgergruppe eine Maiandacht mit. Voller neuer Kraft machten sich die fünf Leute auf nach Thörl. Dort wurden sie vom Pastoralassistenten Herbert Schaffenberger herzlich empfangen. Nach zwölfstündiger Wanderung war der Hunger groß. Nach einer kräftigen Portion Spaghetti schlüpften die Fünf in ihre Schlafsäcke.

Das Aufstehen am nächsten Tag brachte einige Schwierigkeiten mit sich – heiße, empfindliche Fußsohlen, Blasen und Muskelkater waren die Hauptgründe noch eine halbe Stunde „Schlummern“ anzuhängen. Doch als Anna Jäger Kaffee und Tee gekocht hatte und die frischen Semmel den Raum erfüllten, dauerte es nur wenige Minuten bis alle beim Tisch saßen. Nach einem kurzen Morgenlob in der schönen, modernen Kirche in Thörl startete die Gruppe in den Tag. In Turnau konnten die Leobner in einer Konditorei ein zweites Frühstück einnehmen und den gröbsten Schauer abwarten. Danach führte der Weg sie auf Almboden. Eine wunderschöne Landschaft erwartete die Gruppe rund um den Rauschkogel. Auf 1721 Höhenmeter hatte es winterliche Temperaturen, so waren die Fünf sehr froh, dass die Wirtsleute auf der Rauschalm sie in die warme Stube geladen haben.
Ohne den Orientierungsmeister Matthias Narnhofer wäre die Gruppe nicht bis zur Rotsohlalm gekommen. Es war oft nicht einfach die richtigen Wegweiser zu finden. Beim Nikolo Kreuz war allen klar, dass sie vor Einbruch der Dunkelheit Niederalpl nicht erreichen werden.
Richtige Hindernisse waren auf dem Forstweg aufgebaut. So berichtet Elisabeth Jäger, dass ein Übermanns hoher Holzstapel den Weg versperrte: „Das nasse Holz war so rutschig, man musste sehr gut aufpassen, dass man nicht stürzt!“
Nach 13 harten Stunden hatten die Fünf es geschafft. Die Grazer Kollegen warteten bereits vor der Herberge und begrüßten die müden Wanderer voll Freude. Auch die Wirtsleute in der Holzbox haben auf die Gruppe aus Leoben gewartet und so konnten sich alle mit einem warmen Abendessen für die letzte Etappe stärken.

Am nächsten Morgen ging es auf dem Mariazellerweg Richtung Gusswerk. Peter Ranninger, der Marathonläufer machte das Tempo. So kamen die Leobner ziemlich flott voran. Nachdem sie den Vorraum der Raiffeisenbank Gusswerk als Jausenstation missbrauchten, konnten auch die letzten Kilometer in Angriff genommen werden.

Beim Ortsschild von Mariazell wurden die Leobner vom Studienkollegen, Mario Kuss empfangen. Er führte sie das letzte Stück zur Basilika, wo die Wallfahrt mit einer großen Gruppenumarmung beendet wurde.

Es gibt auch einige Wallfahrertraditionen in Mariazell. Zum Beispiel sollte man nachdem man sein Ziel erreicht hat einen Mariazeller Magenlikör trinken. Dieser Brauch kommt aus der Zeit als die Pilger von weit her kamen und am Ende der Reise nur noch altes Brot zum essen hatten. Er hat alle möglichen Viren und Bakterien abgetötet. Ein richtiges Gesundheitsschnapserl!
Wenn die Pilger dann wieder nach Hause gegangen sind, haben sie sich Lebkuchen aus Mariazell als Wegzehrung mitgenommen. Lebkuchen hält um einiges länger als Brot. Die Studierenden haben den Heimweg zwar mit öffentlichen Verkehrsmittel angetreten, aber auch sie haben sich mit Lebkuchen eingedeckt.

Die Leobner Studenten bekamen am Sonntag die Möglichkeit, den Kirchturm zu besichtigen. Pünktlich um 12:00 Uhr begann das Mittagsläuten. Beeindruckt waren die Studierenden von den „kleinen“ Glocken die ihre Klänge von sich gaben, doch als auch noch die größte Glocke im Turm zu schwingen begann, blieb ihnen der Mund offen stehen. Das ganze Gerüst vibrierte während die mächtige Glocke mit ihrem vollen Klang ertönte.

Einen würdigen Abschluss dieses ereignisreichen, anstrengenden und wunderschönen Pilgerwochenendes bildete der Wallfahrtsgottesdienst mit Erzbischof Dr. Alois Kothgasser. Die Messe wurde vom KHG Chor Wien und Graz mitgestaltet. Auch eine Wiener Musikgruppe und zwei Solisten mit unglaublichen Stimmen berührten die Herzen aller Teilnehmer der Österreichischen Studierenden Wallfahrt 2010.

elisabeth Allgemein