Hilfe, ich bin berufen!
Weshalb gibt es in den Europäischen Ländern einen Priestermangel? Es wird doch junge Männer geben die mit dem Gedanken spielen Priester zu werden? Ja, die gibt es! Doch aus Angst „Hilfe, ich bin berufen!“, verdrängen Sie diesen Gedanken sofort. „Was würden meine Familie, meine Freunde und die Anderen dazu sagen?“
Genau, was würden die dazu sagen? Junge Menschen die eine geistliche Berufung spüren, haben meistens keinen Ansprechpartner. Sie werden von niemanden gefördert. Niemand spricht sie an. Ihre Berufung findet keinen fruchtbaren Boden, nicht in der Familie, nicht bei Freunden und schon gar nicht bei den „Anderen“. Sollten es doch manche wagen ihre innersten Wünsche auszusprechen, dann werden sie in die Außenseiterrolle gedrängt.
Wenn Menschen gewollt sind, die ihrer geistlichen Berufung nachgehen, dann muss eine Gesellschaft geschaffen werden, die Berufe wie Priester, Ordensmann, Ordensfrau, Religionslehrer und Religionslehrerinnen wertschätzen. Es muss die Freude zum Ausdruck kommen, wenn sich jemand entscheidet diesen mutigen Weg zu gehen.
Wenn sich eine Frau zum Priestertum berufen fühlt, dann hat sie einen Grund zu sagen: „Hilfe, ich bin berufen!“
Es gibt sie, weibliche Personen die das Sakrament der Priesterweihe empfangen möchten. Erst in persönlichen Gesprächen äußern die meisten Frauen ihr „geheime Berufung“, die sie soweit wie möglich auch ausüben zum Beispiel als Pfarrgemeinderatsmitglied, Ordensfrau, Pastoralassistentin, Mutter oder Studentin in einem katholischen Verein. Sie alle können ihre Berufung jedoch nicht ganz zum Beruf werden lassen. So reduziert die Katholische Kirche die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch sich zum Priester weihen lässt, um die Hälfte.
Eine junge Frau sagte dem Erzbischof von Salzburg, Alois Kothgasser, bei einer öffentlichen Diskussion, dass sie gerne Priesterin werden möchte. Der Erzbischof antwortete: „Das kann nicht die Kirche alleine entscheiden, es braucht dazu den heiligen Geist. Er schenkt uns die Kraft, den Mut und die Weisheit, den Willen Gottes zu tun.“
Jeder Christ und jede Christin ist dazu berufen den Willen Gottes zu tun. Zu jeder Zeit hat ein Mensch die Freiheit sich zu entscheiden. Nichts kann einfach „passieren“, alles geschieht durch das Handeln von Personen. Die Gläubigen sind dazu berufen Jesus nachzufolgen, das bedeutet so zu handeln wie Jesus gehandelt hätte. Diese Nachfolge kann jeder in seinem Beruf, in der Familie, auf der Universität oder in der Katholischen Hochschuljugend verwirklichen.
von Elisabeth Jäger
