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KHJ Musiknacht

23. Dezember 2010

Am 26. November 2010 fand in der Galerie der Katholischen Hochschulgemeinde die KHJ - Musiknacht statt. Nachdem um 19:00 der Startschuss ertönte, wurden in drei Blöcken mit jeweils einer Stunde die Musikepochen Barock, Wiener Klassik und Romantik behandelt. Zwischen diesen Blöcken sorgten Robert Kaspar und Hannes Watzinger für eine kulinarische Untermalung mit Käse, Wein und Kuchen. Während des gesamten Abends stand jedoch nicht die Theorie der Musikgeschichte im Vordergrund, sondern die praktizierte Musik. Zur jeder Epoche wurden Musikbeispiele live oder von der CD dargebracht, sodass den Zuhörern und Zuhörerinnen ein Eindruck der besprochenen Musikepoche vermittelt werden konnte. Musikbeispiele von Kerstin Oppelt, Markus Schlagnitweit, Robert Kaspar, Irene Ecker und Johannes Kilian sorgten für Abwechslung während des gesamten Abends.

Im ersten Block stand das Zeitalter des Barocks im Vordergrund. Neben den beiden großen Komponisten J. S. Bach und G. F. Händel wurden Corelli, Vivaldi und Monteverdi vorgestellt und mit Musikbeispielen untermalt. Bei diesen unterschiedlichen Komponisten konnte der Verlauf der Musikströmung deutlich dargestellt und mit Musikbeispielen gehört werden. Während G. F. Händel versuchte die Strömungen des Barocks weiterzuentwickeln, machte Bach einen Schritt zurück und komponierte sehr konventionell, was mit Hilfe der Kunst der Fuge gezeigt werden konnte.

Im zweiten Block stand die Wiener Klassik im Vordergrund. Die drei Komponisten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven waren im Zentrum der Betrachtungen. So wurde versucht auf jeden der Komponisten einzugehen, Musikbeispiele zu bringen und sein Schaffen in einen historischen Kontext zu stellen. Sowohl die Verbindungen von Mozart zu Maria Theresia oder von Beethoven zu Napoleon Bonaparte, als auch der Übergang zur Romantik an Hand von Franz Schubert wurden aufgezeigt und mit Musikbeispielen unterlegt.

Der dritte und leider letzte Teil der KHJ – Musiknacht war nach einer kulinarischen Pause der Romantik gewidmet. Dieser Abschnitt wurde in zwei Teile geteilt: einerseits in die Einteilung der Romantik im Laufe der Zeit und andererseits in die Auseinandersetzungen der Komponisten während der Spät- und Hochromantik. Die Auseinandersetzungen zwischen Brahms und Wagner inkl. deren Anhängern bildeten wesentliche Bestandteile der musikgeschichtlichen Entwicklung im 19. Jahrhundert. Auf Grund der vielen Komponisten und die Vielzahl möglicher Musikbeispiele, wurden hier die unterschiedlichen Komponisten gestreift und konnten so nur sehr knapp behandelt werden. Dabei wurde jedoch versucht nicht über die einzelnen Punkte zu eilen, sondern Lust auf MEHR zu machen.

Nachdem um kurz nach 23:00 der letzte Ton Musik erklang, war nicht nur der Vortragende, Johannes Kilian, froh, dass diese Veranstaltung beim fast 25 köpfigen Publikum so gut ankam, sondern auch überrascht, dass sofort nach Ende dieser KHJ Musiknacht nach einer Fortsetzung dieser Veranstaltung verlangt wurde. Diesem Wunsch werde ich in den kommenden Semestern gerne nachkommen und freue mich schon auf viele weitere nette Musikabende in der KHG.

Johannes Kilian

P.S.: Bei Interesse an den ausführlichen Unterlagen zur Veranstaltung bitte ich mir ein Mail johannes.kilian@khg.jku.at zu schicken

KHJ

Zivilcourageveranstaltung im Parlament

24. November 2010

Am 2. November fand in Wien im Parlament eine Veranstaltung des KAVÖ zum Thema Zivilcourage statt. Die KHJ war gut vertreten im Publikum und es war ein sehr spannender und lehrreicher Tag.


Fünf Pflichtgegenstände

Christian Felber, hat bei der Tagung  „Zivilcourage“ der Katholischen Aktion im Parlament die politische Dimension von Zivilgesellschaft und Zivilcourage in seinem Statement aufgearbeitet. Er schließt seine Ausführungen mit dem Vorschlag, fünf  Pflichtfächer in der Bildung aufzunehmen:

  1. Gefühlskunde: Was sagt mir mein Herz?
  2. Wertekunde: Was ist uns wichtig?
  3. Kommunkationskunde: Zuhören und sich ausdrücken lernen.
  4. Demokratiekunde: Entwicklung eines Souverenitätsbewußtseins.
  5. Naturerfahrenskunde: Was können wir von der Natur abschauen?

Ein Satz, den sich jeder zuhause auf ein Plakat schreiben kann:

„Das Böse braucht das Schweigen der Mehrheit.“
Grund genug, sich einzumischen und die Stimme zu erheben.

Dies gilt vor allem für die Politik, denn es regiert nicht die Regierung sondern das Volk. Die von uns gewählten Vertreter sollten das tun was wir wollen und nicht was ihnen am meisten Geld und Macht einbringt. Insofern ist auch die Frage legitim: Warum wird so wenig demonstriert in Österreich? Herr Felber hat dazu einige Beispiele für Entscheidungen gebracht, die sicher nicht von der Mehrheit des Volkes unterstützt worden sind.


Eine Betrachtung aus biologischer Sicht

Es kam im Laufe der Vorträge öfters das Thema Ausländer und Migration ins Gespräch und Prof. Markus Hengstschläger hat klargestellt: „Migration ist überlebensnotwendig und Teil der Evolution. Das Grundprinzip der Individualität und Flexibilität ist das einzige Konzept, um in veränderten Umwelten überleben zu können.“ Man kann nicht festlegen, welche Faktoren in der biologischen Weitergabe das Überleben sichern, aber Verschiedenheit sichert die Chance des Überlebens. Damit gibt er aus biologischen Gründen allen Systemen, die einen Zaun rund um ein Biotop errichten wollen, eine geringere Lebenschance als offenen und auf Diversität bauenden Gemeinwesen.


Der schwarze Birkenspanner hat überlebt

Hengstschläger hat auf humorvolle Weise eindringlich dargelegt, welchen Vorteil die Individualität hat. Der Birkenspanner (Schmetterling) hat normalerweise ein Aussehen wie die Rinde des Birkenbaumes. Das sichert ihm das Überleben, weil er von den Vögeln nicht gesehen wird. Es gibt aber auch schwarze Birkenspanner.  Im Ruhrgebiet ist die Rinde der Birken normalerweise schwarz vom Ruß und Schmutz. Dort hat der „normale Birkenspanner“ keine Chance und nur der schwarze Schmetterling hat sich binnen weniger Jahre durchgesetzt und überlebt. „Das war schon immer so“ und „wir sind aber viele“ ist daher kein Argument, will man in der Evolution überleben. Eine große Verschiedenheit ist die einzige Überlebenschance, nicht für sich selber sondern für die eigene Art. Nicht Gleichmacherei, sondern Individualität sichert eine Zukunft für die eigene Spezies. Eine Zukunft die wir nicht kennen können. Hengstschläger sieht als einziges Zukunftskonzept: „Individualität – Migration und Durchmischung – Teamarbeit.“

David Schellander

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Praxistag des Projektes Zivilcourage am 5.11.2010

19. November 2010

Bei der Begrüßung durch Magda Krön (KAVÖ-Präsidentin) und Thomas Würthinger (KHJÖ Vorsitzender) wurde das “Manifest zur Zivilcourage” das erstmals am 2.11.2010 im Parlament bei der Startveranstaltung des Projektes verlesen wurde, nochmals thematisiert.

Thomas Würthinger hat bei der Begrüßung auch Franz Jägerstätter erwähnt, der ein besonderes Zeichen zur Zivilcourage gesetzt hat, und der ja wegen der Umbenennung des Linzer KHG-Heimes in Studierendenheim Franz Jägerstätter im letzten Jahr besonderes Thema der KHJ-Linz war.

Danach gab es zwei Sessions mit Workshops, bei denen man sich leider jeweils zwischen drei recht interessanten Themen entscheiden musste…

Ich habe beim Forumtheater mit Lisa Kolb-Mzalouet mitgemacht, es ging zunächst um die Darstellung von Problemsituationen aus dem Alltag durch Standbilder, dann wurde eine Szene kurz angespielt, das Publikum konnte Vorschläge für die Lösung des Konflikts machen.

Danach habe ich mich für das Gespräch “Wie die Fremde Heimat wird” mit Tarafa Baghatjhati entschieden. Er wurde 1961 in Syrien geboren wurde, seine Matura legte er in Damaskus ab. Anschließend hat er ein Bauingenieur-Studium in Temesvar (Rumänien) absolviert und dann Deutsch an der Universität Wien studiert. Er ist Gründungsmitglied der „Initiative österreichischer MuslimInnen“ und Vizepräsident des „European Network against Racism“. Es wurde über seine Lebensgeschichte gesprochen und er berichtete von seinen Erfahrungen als Ausländer in Österreich. Ein wichtiger Punkt des Gespräches war sein Eindruck, den er auch durch seine ehrenamtliche Arbeit gewonnen hat, dass die Situation für Migranten in Österreich in den letzten Jahren eher noch schwieriger geworden ist und er es in manchen Situationen, zum Beispiel in Bezug auf Behörden und Ämter, noch leichter hatte, als er es heute einschätzt und erlebt. Moderiert wurde das Gespräch von Peter Pawlowsky, dem KAVÖ-Vizepräsidenten.

Nach einem gemeinsamen Imbiss folgte ein Vortrag von Ottmar Fuchs, der als Theologe an der Universität Tübingen arbeitet, mit dem Titel: „Zivilcourage im Konflikt. Christliche Ressourcen gegen die Resignation“ in dem die Notwendigkeit und der Mut zur Zivilcourage auf ein theologisches Fundament gestellt wurde.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein “Politisches Nachtgebet” mit Musik und Texten von Huub Oosterhuis, die von Peter Pavlowsky ins Deutsche übertragen wurden.

Es wird eine Sondernummer der “QUART” erscheinen in der über das Projekt berichtet wird, ich kann es interessierten Zeitgenossen nur empfehlen, der Praxistag jedenfalls war sehr informativ und kurzweilig.

Link zum Manifest der Zivicourage: manifest_zivilcourage

KHJ