Schneeballschlacht am KHJ Wochenende
Eine Gruppe Studierender verbringt ein Wochenende auf einer Hütte in den Bergen. Die jungen Menschen bringen Vorträge ein und diskutieren eifrig. Nach dem ersten großen Vormittagsblock verlassen sie die Herberge, um zu einer nahen Burgruine aufzusteigen und den Kopf ordentlich auszulüften. Die Sonne strahlt auf den über Nacht gefallenen Schnee, die klare kalte Luft brennt in den Lungen. Der nur wenige Minuten dauernde Aufstieg ist erfüllt von fröhlichem Geplauder, jeder geht sein Tempo.
Bereits erreichen die ersten einen verfallenen Vorturm, dessen verfallende Mauern zum Klettern einladen, wenn auch nicht zu hoch. Zu kalt sind die Steine, zu ungelenk die festen Winterschuhe. Nach den letzten Versuchen ist die Gruppe wieder vollzählig und man legt die letzten Schritte zur Hauptruine zurück.
Über dem Burghof liegt tiefe morgendliche Ruhe. Beim Erkunden zerfällt die Gruppe in kleine Grüppchen, die sich über die gesamte Fläche verteilen. Und als sich auch noch diese auflösen, sieht man vereinzelt versteckte Schneebälle in den Händen aufblitzen.
Während eines Augenblicks verwandeln sich die eben noch Erwachsenen in ausgelassen tobende Kinder. Die Luft ist erfüllt von waagerecht einfallendem Schnee, nur über die Richtung ist sich noch niemand einig. Schnell ist ein gemeinsames Ziel gefunden, nämlich Max, der eine der Mauern des Burghofes erklommen hat. Bereits nach den ersten Treffern verfliegt die Einigkeit auch wieder, die Winde wehen aus den unterschiedlichsten Richtungen.
Lassen wir doch den Blick ein wenig herumschweifen:
Zur rechten sieht man Robert, wie er, wasserdicht verpackt, versucht, sich an der Mauer entlang zum etwas entfernten und windstillen Aussichtspunkt zu schleichen.
Weiter Richtung Mitte steht Joe auf einer niedrigen Anhöhe und nützt den guten Überblick dort, um seine Schneebälle gerecht zu verteilen.
In der Mitte nun, zu ebener Erde, hat man Mühe, Martin in dem Schneegestöber um ihn herum auszumachen. Neben ihm wagt Kerstin einige präzise Schüsse, gesellt sich dann aber bald zu Robert am Aussichtspunkt.
Weiter links wälzen sich Thomas und Johannes im Schnee, wobei sich, wie durch ein Wunder, nur an Thomas‘ Mantel Schnee ansammelt. Wenig später jagt ein Schneemann Johannes vom Feld.
Am linken Rand des Blickfelds sieht man noch Max, wie er verzeifelt versucht, möglichst schnell seine exponierte Lage hinter sich zu lassen.
Und immer wieder fliegen auch aus meiner Richtung Schneebälle ins Bild. Man kann doch nicht tatenlos zusehen…
Bald beruhigt sich der Schneesturm wieder, die lachenden Gesichter sammeln sich zum Rückweg. Den gröbsten Schnee aus der Kleidung schüttelnd steigt man wieder zur Herberge ab. Vereinzelt fliegen noch größere in den Händen verbliebene Schneereste, aber eigentlich ist der Blick schon wieder voll Spannung vorwärts gerichtet, auf die kommenden Beiträge und Gespräche in der Hütte.


