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Archiv für die Kategorie ‘KHJ’

KHJ-Wochenende: „Die Ungerechtigkeit der Liebe“ am Schloss Riedegg / Gallneukirchen

21. November 2011

Passend zum Jahresthema: „Gerechtigkeit“ fand von Freitag, 18. bis Sonntag 20. November 2011 das diesjährige KHJ-Wochenende unter dem Motto:„Die Ungerechtigkeit der Liebe“ statt.

Untergebracht waren wir am urigen Schloss Riedegg bei Gallneukirchen. Dabei diskutierten 15 Teilnehmer/-innen ausgiebig über das und zum Thema. Unser Hochschulseelsorger Markus Schlagnitweit machte den Anstoß und erklärte anhand des Buches „Joseph und seine Brüder“ von Thomas Mann, wieso Liebe ungerecht sei.

Später brachte uns unsere KHJ-Vorsitzende Elisabeth Forstner wieder auf den Boden der weltlichen Tatsachen und klärte uns unterhaltsam über das Ehe- und Scheidungsrecht auf. Interessant fand ich dabei die Tatsache, dass man als verheiratetes Paar zusammen wohnen muss.

Die ausgiebigste Diskussion ergab sich zum Impuls von Christina Biermair und mir unter dem Thema: „Muss Liebe gerecht sein?“.

Natürlich kam auch der gemeinschaftliche Aspekt nicht zu kurz und es wurde bis zu später Stunde gemeinsam gespielt und gesungen.

In allem lieferte das gemeinsame Wochenende interessante Denkanstöße und eine abwechslungsreiche gemeinsame Zeit.

von Michael Flankl

KHJ

Schneeballschlacht am KHJ Wochenende

18. Januar 2011

Eine Gruppe Studierender verbringt ein Wochenende auf einer Hütte in den Bergen. Die jungen Menschen bringen Vorträge ein und diskutieren eifrig. Nach dem ersten großen Vormittagsblock verlassen sie die Herberge, um zu einer nahen Burgruine aufzusteigen und den Kopf ordentlich auszulüften. Die Sonne strahlt auf den über Nacht gefallenen Schnee, die klare kalte Luft brennt in den Lungen. Der nur wenige Minuten dauernde Aufstieg ist erfüllt von fröhlichem Geplauder, jeder geht sein Tempo.

Bereits erreichen die ersten einen verfallenen Vorturm, dessen verfallende Mauern zum Klettern einladen, wenn auch nicht zu hoch. Zu kalt sind die Steine, zu ungelenk die festen Winterschuhe. Nach den letzten Versuchen ist die Gruppe wieder vollzählig und man legt die letzten Schritte zur Hauptruine zurück.

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Über dem Burghof liegt tiefe morgendliche Ruhe. Beim Erkunden zerfällt die Gruppe in kleine Grüppchen, die sich über die gesamte Fläche verteilen. Und als sich auch noch diese auflösen, sieht man vereinzelt versteckte Schneebälle in den Händen aufblitzen.

Während eines Augenblicks verwandeln sich die eben noch Erwachsenen in ausgelassen tobende Kinder. Die Luft ist erfüllt von waagerecht einfallendem Schnee, nur über die Richtung ist sich noch niemand einig. Schnell ist ein gemeinsames Ziel gefunden, nämlich Max, der eine der Mauern des Burghofes erklommen hat. Bereits nach den ersten Treffern verfliegt die Einigkeit auch wieder, die Winde wehen aus den unterschiedlichsten Richtungen.

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Lassen wir doch den Blick ein wenig herumschweifen:

Zur rechten sieht man Robert, wie er, wasserdicht verpackt, versucht, sich an der Mauer entlang zum etwas entfernten und windstillen Aussichtspunkt zu schleichen.

Weiter Richtung Mitte steht Joe auf einer niedrigen Anhöhe und nützt den guten Überblick dort, um seine Schneebälle gerecht zu verteilen.

In der Mitte nun, zu ebener Erde, hat man Mühe, Martin in dem Schneegestöber um ihn herum auszumachen. Neben ihm wagt Kerstin einige präzise Schüsse, gesellt sich dann aber bald zu Robert am Aussichtspunkt.

Weiter links wälzen sich Thomas und Johannes im Schnee, wobei sich, wie durch ein Wunder, nur an Thomas‘ Mantel Schnee ansammelt. Wenig später jagt ein Schneemann Johannes vom Feld.

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Am linken Rand des Blickfelds sieht man noch Max, wie er verzeifelt versucht, möglichst schnell seine exponierte Lage hinter sich zu lassen.

Und immer wieder fliegen auch aus meiner Richtung Schneebälle ins Bild. Man kann doch nicht tatenlos zusehen…

Bald beruhigt sich der Schneesturm wieder, die lachenden Gesichter sammeln sich zum Rückweg. Den gröbsten Schnee aus der Kleidung schüttelnd steigt man wieder zur Herberge ab. Vereinzelt fliegen noch größere in den Händen verbliebene Schneereste, aber eigentlich ist der Blick schon wieder voll Spannung vorwärts gerichtet, auf die kommenden Beiträge und Gespräche in der Hütte.

Advent, Diskussionsveranstaltung, KHJ

KHJ Musiknacht

23. Dezember 2010

Am 26. November 2010 fand in der Galerie der Katholischen Hochschulgemeinde die KHJ - Musiknacht statt. Nachdem um 19:00 der Startschuss ertönte, wurden in drei Blöcken mit jeweils einer Stunde die Musikepochen Barock, Wiener Klassik und Romantik behandelt. Zwischen diesen Blöcken sorgten Robert Kaspar und Hannes Watzinger für eine kulinarische Untermalung mit Käse, Wein und Kuchen. Während des gesamten Abends stand jedoch nicht die Theorie der Musikgeschichte im Vordergrund, sondern die praktizierte Musik. Zur jeder Epoche wurden Musikbeispiele live oder von der CD dargebracht, sodass den Zuhörern und Zuhörerinnen ein Eindruck der besprochenen Musikepoche vermittelt werden konnte. Musikbeispiele von Kerstin Oppelt, Markus Schlagnitweit, Robert Kaspar, Irene Ecker und Johannes Kilian sorgten für Abwechslung während des gesamten Abends.

Im ersten Block stand das Zeitalter des Barocks im Vordergrund. Neben den beiden großen Komponisten J. S. Bach und G. F. Händel wurden Corelli, Vivaldi und Monteverdi vorgestellt und mit Musikbeispielen untermalt. Bei diesen unterschiedlichen Komponisten konnte der Verlauf der Musikströmung deutlich dargestellt und mit Musikbeispielen gehört werden. Während G. F. Händel versuchte die Strömungen des Barocks weiterzuentwickeln, machte Bach einen Schritt zurück und komponierte sehr konventionell, was mit Hilfe der Kunst der Fuge gezeigt werden konnte.

Im zweiten Block stand die Wiener Klassik im Vordergrund. Die drei Komponisten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven waren im Zentrum der Betrachtungen. So wurde versucht auf jeden der Komponisten einzugehen, Musikbeispiele zu bringen und sein Schaffen in einen historischen Kontext zu stellen. Sowohl die Verbindungen von Mozart zu Maria Theresia oder von Beethoven zu Napoleon Bonaparte, als auch der Übergang zur Romantik an Hand von Franz Schubert wurden aufgezeigt und mit Musikbeispielen unterlegt.

Der dritte und leider letzte Teil der KHJ – Musiknacht war nach einer kulinarischen Pause der Romantik gewidmet. Dieser Abschnitt wurde in zwei Teile geteilt: einerseits in die Einteilung der Romantik im Laufe der Zeit und andererseits in die Auseinandersetzungen der Komponisten während der Spät- und Hochromantik. Die Auseinandersetzungen zwischen Brahms und Wagner inkl. deren Anhängern bildeten wesentliche Bestandteile der musikgeschichtlichen Entwicklung im 19. Jahrhundert. Auf Grund der vielen Komponisten und die Vielzahl möglicher Musikbeispiele, wurden hier die unterschiedlichen Komponisten gestreift und konnten so nur sehr knapp behandelt werden. Dabei wurde jedoch versucht nicht über die einzelnen Punkte zu eilen, sondern Lust auf MEHR zu machen.

Nachdem um kurz nach 23:00 der letzte Ton Musik erklang, war nicht nur der Vortragende, Johannes Kilian, froh, dass diese Veranstaltung beim fast 25 köpfigen Publikum so gut ankam, sondern auch überrascht, dass sofort nach Ende dieser KHJ Musiknacht nach einer Fortsetzung dieser Veranstaltung verlangt wurde. Diesem Wunsch werde ich in den kommenden Semestern gerne nachkommen und freue mich schon auf viele weitere nette Musikabende in der KHG.

Johannes Kilian

P.S.: Bei Interesse an den ausführlichen Unterlagen zur Veranstaltung bitte ich mir ein Mail johannes.kilian@khg.jku.at zu schicken

KHJ

Praxistag des Projektes Zivilcourage am 5.11.2010

19. November 2010

Bei der Begrüßung durch Magda Krön (KAVÖ-Präsidentin) und Thomas Würthinger (KHJÖ Vorsitzender) wurde das “Manifest zur Zivilcourage” das erstmals am 2.11.2010 im Parlament bei der Startveranstaltung des Projektes verlesen wurde, nochmals thematisiert.

Thomas Würthinger hat bei der Begrüßung auch Franz Jägerstätter erwähnt, der ein besonderes Zeichen zur Zivilcourage gesetzt hat, und der ja wegen der Umbenennung des Linzer KHG-Heimes in Studierendenheim Franz Jägerstätter im letzten Jahr besonderes Thema der KHJ-Linz war.

Danach gab es zwei Sessions mit Workshops, bei denen man sich leider jeweils zwischen drei recht interessanten Themen entscheiden musste…

Ich habe beim Forumtheater mit Lisa Kolb-Mzalouet mitgemacht, es ging zunächst um die Darstellung von Problemsituationen aus dem Alltag durch Standbilder, dann wurde eine Szene kurz angespielt, das Publikum konnte Vorschläge für die Lösung des Konflikts machen.

Danach habe ich mich für das Gespräch “Wie die Fremde Heimat wird” mit Tarafa Baghatjhati entschieden. Er wurde 1961 in Syrien geboren wurde, seine Matura legte er in Damaskus ab. Anschließend hat er ein Bauingenieur-Studium in Temesvar (Rumänien) absolviert und dann Deutsch an der Universität Wien studiert. Er ist Gründungsmitglied der „Initiative österreichischer MuslimInnen“ und Vizepräsident des „European Network against Racism“. Es wurde über seine Lebensgeschichte gesprochen und er berichtete von seinen Erfahrungen als Ausländer in Österreich. Ein wichtiger Punkt des Gespräches war sein Eindruck, den er auch durch seine ehrenamtliche Arbeit gewonnen hat, dass die Situation für Migranten in Österreich in den letzten Jahren eher noch schwieriger geworden ist und er es in manchen Situationen, zum Beispiel in Bezug auf Behörden und Ämter, noch leichter hatte, als er es heute einschätzt und erlebt. Moderiert wurde das Gespräch von Peter Pawlowsky, dem KAVÖ-Vizepräsidenten.

Nach einem gemeinsamen Imbiss folgte ein Vortrag von Ottmar Fuchs, der als Theologe an der Universität Tübingen arbeitet, mit dem Titel: „Zivilcourage im Konflikt. Christliche Ressourcen gegen die Resignation“ in dem die Notwendigkeit und der Mut zur Zivilcourage auf ein theologisches Fundament gestellt wurde.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein “Politisches Nachtgebet” mit Musik und Texten von Huub Oosterhuis, die von Peter Pavlowsky ins Deutsche übertragen wurden.

Es wird eine Sondernummer der “QUART” erscheinen in der über das Projekt berichtet wird, ich kann es interessierten Zeitgenossen nur empfehlen, der Praxistag jedenfalls war sehr informativ und kurzweilig.

Link zum Manifest der Zivicourage: manifest_zivilcourage

KHJ

Ostervorbereitung

21. April 2010

Am Palmsonntagswochenende versammelte sich ein knappes Dutzend interessierter Studierender, um ein gemeinsames Wochenende in der Anton-Dupal-Hütte in Kleinreifling zu verbringen. Zur Diskussion sollten vielfältige Themen kommen, dazu später.aufstieg

Freitag Mittag begann die Reise nach Kleinreifling, zu Beginn mit Tram, dann mit der Eisenbahn. Der letzte Anstieg wurde, mit den nötigsten Vorräten in den Rucksäcken zu Fuß bewältigt, was gute zwei Stunden in Anspruch nahm.

Auch gab es einen ersten Impuls von Robert Kaspar,
“Alles Leben ist Bewegung”.

In der Hütte angekommen, galt es diese für das Wochenende zu erwärmen. Der Ofen wollte befeuert, das Heißwasser zum Duschen beheizt werden. Nach einer gemütlichen Abendjause stellte Daniel Reischl das Buch “Rechnen mit Gott” von Rudolf Taschner vor, regte Maria Pachinger zum Nachdenken über Lebensprioritäten an und referierte  Johannes Waslmeier über den Religionskritiker Ludwig Feuerbach und dessen Ansichten zu Religion allgemein und Christentum im Speziellen.

Der Abend klang gemütlich bei Tee und Kartenspiel aus.

vorgipfelDer Samstagmorgen wurde mit einem gemeinsamen Gebet begrüßt, nach dem Frühstück berichteten Markus Schlagnitweit und Michael Mayrhofer über ihre Eindrücke zum Buch “Die Stadt in der Wüste” von Antoine de Saint-Éxupery.

Zur Mittagszeit wurden gemeinsam Spaghetti gekocht und mit sichtlichem Genuss verzehrt. Zur Verdauung gings dann hinaus in die Natur. Auch wenn das Wetter allerlei Kapriolen schlug, es bisweilen sogar graupelte, erklommen einige Bergsteiger im gleißenden Sonnenschein einen nahegelegenen Gipfel.

Nach der wohlbehaltenen Rückkehr in die Hütte und einer kurzen Phase der Zivilisierung (Duschen und Erwärmen mit Tee) wurde es wieder thematischer mit Beiträgen zur Biographie und Philosophie Jean-Paul Sartres und der Diskussion über Sinnhaftigkeit und Auswirkungen des Leidens und Todes Jesu.

Der Sonntag stand neben einer kurzen Übung zur Zeiteinteilung vor allem im Zeichen des Aufräumens und Auszuges aus der Hütte. Der Abstieg gestaltete sich zu einem Wettlauf gegen die Abfahrtszeit des Zuges, den wir mit einem schwerbeladenen Sprint noch erreichten. Sonntag Abend kehrten wir von diesem erfüllten und gelungenen Wochenende wieder nach Linz zurück.

Diskussionsveranstaltung, KHJ, Wandern

Denkwürdige Reise nach Albanien

18. Februar 2010

 Linzer Notizen zur KHJÖ-Februarexkursion 2010

SO 7. FEB: Graz

Eine Busreise von Graz nach Shkodra in Nordalbanien ist lang. Für uns neun Linzer ExkursionsteilnehmerInnen ist schon die Zugreise nach Graz ein ausgiebiger Vorgeschmack. Von der KHG Linz bis zur Leechkirche der Grazer KHG sind wir fünf Stunden unterwegs. Während der Messe mit Alois Kölbl und Markus Schmidt SJ ist es kalt. Wir wissen noch nicht, dass die Kälte in Albanien nahezu ein Dauerzustand sein würde.

Nach dem von der KHG Graz organisierten Erdäpfelgulasch beladen wir den Bus nicht nur mit unserem durch Schlafsäcke und Isomatten recht umfänglichen Gepäck sondern auch mit Spielzeug und Kleidung für albanische Kinder.

Unsere beiden Busfahrer Franz und Paul chauffieren uns bei zeitweise sehr winterlichen Bedingungen wie Schneefahrbahn und starkem nächtlichem Eiswind durch Slowenien und Kroatien bis an die Dalmatinische Küste.

MO 8. FEB: Dubrovnik – Shkodra

Der Dompfarrer von Dubrovnik empfängt uns um 9 Uhr zum Frühstück, zeigt uns „seine“ Domkirche und vertraut uns anschließend einem sehr kompetenten deutschsprechenden Stadtführer an, der uns in Kürze und gewürzt mit allerlei Andekdoten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt zeigt – bei prächtigem Wetter. Dann gibt’s sogar noch ein Burek-Mittagessen im Pfarrhof. Wir fahren weiter über Montenegro zum albanischen Grenzübergang Hani i Hoti.

Alter Stadtplan von Dubrovnik

Alter Stadtplan von Dubrovnik

Abends kommen wir in Shkodra an. Unser Quartier ist bei den Schulschwestern im Stadtzentrum, die ein ziemlich neues Haus bewohnen.

Die gastfreundlichen Schwestern laden uns zum Abendessen ein. Nach einer kurzen Vorstellrunde nebst Kennenlern-Spiel gehen wir relativ zeitig ins Bett. Die Zimmer sind freundlich eingerichtet, jedoch feucht. Bei unserer Ankunft sind die Heizkörper leicht temperiert, in den nächsten regenreichenTagen bleiben sie kalt.

DI 9. FEB: Shkodra

Nach dem Frühstück besuchen wir zuerst eine mit österreichischen Mitteln errichtete Schule, eine Art HTL, in der vorwiegend auf Deutsch unterrichtet wird. Geführt werden wir von einem österreichischen Lehrer, dessen Gattin die Direktorin der Schule ist. Die nächste Station ist der Stephansdom, die Stadtkathredrale von Shkodra, die während der kommunistischen Herrschaft als Sporthalle verwendet wurde. Das Mittagessen bekommen wir in einem gemütlichen Restaurant, dessen Gewinne für soziale Zwecke verwendet werden. Unser Führer in Shkodra, Don Genc Tuku, Verantwortlicher des Kolpinghauses Albanien, begleitet uns anschließend zum Germanistikinstitut der Universität, wo uns die Institutsvorständin und ein österreichischer Lektor empfangen. Wir diskutieren angeregt mit den Deutschstudierenden. An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kommt es nur zum Austausch mit dem Vizerektor der Uni. Unsere albanischstämmige Exkursionskollegin Kordelia, genannt Kordi, übersetzt, was sie in den kommenden Tagen noch oft tun wird. Die sehr modisch gestylten Wirtschaftsstudentinnen bleiben schweigsam.

Besuch am Germanistikinstitut in Shkodra

Besuch am Germanistikinstitut in Shkodra

Ein Teil der Gruppe besucht dann ein schickes Restaurant-Cafe mit Aussichtsterasse, in dem offensichtlich nur gutsituierte Shkodraner sitzen. Wir tun das zum Aufwärmen und Zeitüberbrücken, denn es ist kalt und regnerisch draußen und das Abendessen in einem rustikalen Gasthaus mit offenen Kaminen ist erst um 19.00 Uhr angesetzt. Dort essen wir gut und reichlich, mit Livemusik-Begleitung. Clemens Schwingshackl bekommt ein Geburtstagsständchen und muss sich dazu eine Widderkopfmaske, ein Symbol des Nationalhelden Skanderbeg aufsetzen.

MI 10. FEB: Shkodra

Nach dem Frühstück besuchen wir das Haus der Klarissen. Eine Schwester empfängt uns in der Kapelle und erklärt uns unter anderem den von Gebet und Arbeit geprägten Tagesablauf im Kloster. Das Haus war während des Kommunismus ein berüchtigtes Untersuchungsgefängnis, in dem Gefangene systematisch gefoltert und zum Teil auch ermordet wurden. Ein pensionierter Tierarzt schildert uns eindringlich die Verfolgung und Ermordung von Geistlichen im offiziell atheistischen Albanien zwischen 1944 und 1990. Die ehemaligen Gefängniszellen in einem gesonderten Trakt des Hauses werden gerade renoviert und als Gedenkstätte hergerichtet.

Sehr kalt wird es wieder im Historischen Museum der Stadt, weswegen die Ausführungen des Museumsleiters zu den Exponaten aus den verschiedenen Epochen der Besiedelung Shkodras seit der Zeit der Illyrer nur bedingt unsere Aufmerksamkeit finden. Am ehesten können wir uns noch für die historischen Trachten im ersten Stock des malerischen Hauses erwärmen.

Den ursprünglich geplanten Gang zur Burg Rozafa sparen wir uns wegen des massiven Dauerregens. Don Genc führt uns in ein Fischrestaurant am Ufer des Skutari-Sees. Anschließend bringt uns der Bus noch an eine im Sommer gern besuchte Seepromenade, wo wir uns ein wenig die Beine vertreten. Im Regen und mit den Spuren des letzten Hochwassers, darunter sehr viel Plastikmüll, sehen die Gebäude dort wenig einladend aus. Bei einigen Ruinen weiß man nicht recht, ob die Häuser jemals in Betrieb waren oder ob sie nach anfänglichen Baufortschritten schon unfertig wieder dem Verfall preisgegeben wurden. Ein recht häufiges Phänomen entlang der albanischen Straßen, die wir befahren.

Nach einer kurzen Erholungspause in unserem Quartier bei den Schulschwestern machen wir, immer im strömenden Regen, einen Abstecher zu einer Betreuungseinrichtung für behinderte Kinder, die von den Missionarinnen der Nächstenliebe, dem Orden der Mutter Teresa betrieben wird. Da wir irrtümlich eine Stunde später dran sind als vereinbart, fällt der Besuch kurz aus. Das Haus wirkt ärmlich und einigermaßen überbelegt.

Im Priesterseminar von Shkodra zeigt uns der Vizeregens die Einrichtungen seines Hauses, unter anderem die Bibliothek, die von theologischer und philosophischer Literatur in Italienisch dominiert wird. Albanische Bücher sind eher selten. Anschließend feiern wir gemeinsam mit den Seminaristen und einigen Ordensschwestern die Messe. Kordi übersetzt uns die Predigt des Vizerektors. Beim Singen wechseln wir uns ab: Einmal stimmen die Schwestern albanische Lieder an, einmal singen wir die Taizé-Gesänge aus unserem Notenheft.

Im Kolpinghaus werden wir dann ausgiebigst bewirtet. Dazu spielen einige sehr gute Musiker flotte Tanzmusik. Zwischen den Gängen eines Mahles zu tanzen, dürfte in Albanien üblich sein. Einige von uns lassen sich nicht lange bitten, andere schon. Jugendliche machen eine selbstchoreographierte Tanzeinlage, einen Bauchtanz und etwas Volksmusik mit Akkordeon und Gitarre. Die Kolpingfamilie ist mit zahlreichen Mitgliedern zum Essen gekommen. Der neben mir sitzende Erziehungswissenschafter von der Uni äußert sich abfällig über die Bauchtanzdarbietung, die nicht in die albanische Kultur passe. Dafür schwärmt er von Wien und von österreichischen Museen, die er besucht hat.

Die Gruppe singt ein albanisches Lied

Die Gruppe singt ein albanisches Lied

Leider müssen wir sehr überstürzt das Fest verlassen: 22.00 Uhr war die spätestmögliche Zeit, die Alois Kölbl mit den Schulschwestern für unsere Heimkehr aushandeln konnte. Zum Abschied singen wir noch das albanische Kinderlied vom kleinen Lamm, das uns Kordi schon während der Busfahrt durch Montenegro beigebracht hat.

DO 11. FEB: Vau Dejes – Tirana

Auf der Fahrt nach Vau Dejes zeigt uns Don Genc eine Kirche, deren Vorgängerbau aus dem 19. Jahrhundert die Kommunisten einfach gesprengt hatten. Die Kirche sieht wieder ungefähr so aus wie das Original, aber von der gotischen Kapelle daneben sind nur noch die Grundmauern zu sehen. Um 9.00 Uhr ist ein Treffen mit Bischof Don Lucian Avgostini von Sappa angesetzt. Der Bischof betont im Gespräch das gute Klima zwischen den Religionen und Konfessionen in Albanien, namentlich zwischen Katholiken, Muslimen und Orthodoxen. Die Religion sei hier eben nicht die Quelle von Feindseligkeiten, im Gegenteil.

Bei der Messe in der neu erbauten Bischofskirche, die der neuen albanischen Nationalheiligen Mutter Teresa geweiht ist, frieren wir wieder ganz ordentlich. Während der Bischof anlässlich des heutigen Gedenktages von Lourdes, an dem sehr viele Leute einschließlich etlicher Kranker und Behinderter die Kirche füllen, ausgiebig über das Beispiel der Mutter Teresa predigt, machen wir Zehen- und sonstige dezente Gymnastik. SängerInnen und Instrumentalisten bringen neue und alte geistliche Lieder zu Gehör, darunter eine sehr ungewöhnliche albanische Version des Schubert’schen „Wohin soll ich mich wenden“. Ungewöhnlich sind auch die großformatigen Wandgemälde, die in naturalistisch-symbolistischer Weise die in Nordalbanien immer noch existente Blutrache ebenso thematisieren wie die Christenverfolgungen durch Römer, Osmanen und Kommunisten oder das Rosenkranzgebet in einer albanischen Bauernfamilie.

Bild gegen Blutrache in einer albanischen Kirche

Bild gegen Blutrache in einer albanischen Kirche

Für das Mittagessen im benachbarten Gasthaus wären Schwestern vom Bergdorf Fushe-Arrez angekündigt gewesen. Leider haben sie es bei dem vielen Schnee nicht herunter geschafft. Ihr Kollege Don Andreas, ein deutscher Ordensmann, erzählt einigen aus unserer Gruppe von der mühsamen Arbeit für die Bevölkerung der Bergdörfer, die unter den derzeitigen Witterungsbedingen tatsächlich Hunger zu leiden hätte, wenn nicht die Kirche Hilfe organisieren würde. Ein Zweck des Einsatzes von Don Andreas und den Schwestern sei es, die Leute zum Bleiben in den Dörfern zu motivieren. Ein Abwandern in die Städte würde dort nur zur Vergrößerung der dortigen Slums führen.

Auch bei diesem Essen wird zwischen den Gängen getanzt, diesmal aber zu lautstarker Konservenmusik. Auch einige behinderte Menschen werden in den Tanz miteinbezogen.

Auf der Fahrt nach Tirana machen wir noch einen Stopp bei einer lehrlingsausbildenden Tischlerei, die viele Kirchenaufträge ausführt. Es schüttet wieder wie aus Kübeln. Wir wundern wir uns über die sagenhaft großen Schlaglöcher auf der über weite Strecken in Ausbau befindlichen Straße.

In Tirana besichtigen wir zunächst das Don Bosco Zentrum: Eine Schule mit Internat, ein Kommunitätsgebäude und eine große, neue und sehr freundliche Kirche. Dort beeindruckt vor allem ein großes Christus-Bild aus Muscheln, in das zahlreiche Symbole eingearbeitet wurden. Nach einer ausgiebigen Führung durch den Pfarrer und einem gemeinsamen „Confitemini Domino“ verlassen wir die Kirche und fahren zu unserem Quartier bei den Jesuiten. Im Dunkeln sieht das große Haus schlossartig aus. Es ist aber eine Baustelle, die in wesentlichen Teilen noch nicht viel über den Rohbau hinausgekommen ist. Im endgültigen Bauzustand soll hier eine Schule für Kinder aus armen Familien untergebracht werden. Derzeit ist anscheinend nur ein eingeschränkter Betrieb für Kindergartenkinder sowie für Jugendlager im Gang. Genaueres erfahren wir nicht, weil wir unsere Quartiergeber kaum zu Gesicht bekommen. Wir belagern einen immerhin geheizten Schlafsaal im zweiten Stock. Die Priester kommen in separaten Räumen unter, die recht klein sind, wie sie uns versichern. Gewöhnungsbedürftig ist das Ambiente, in dem wir frühstücken: In einem muffigen Kellerraum unter dem Rohbauteil haben wir staubige Gartenmöbel aufgestellt. Warmduscher haben es in dieser Unterkunft schwer. Das Wasser in den für uns ÖsterreicherInnen merkwürdigen kombinierten Dusche-und-WC-Kabinen ist durchwegs eiskalt.

FR 12. FEB: Tirana

An der Uni Tirana treffen wir die Soziologieprofessorin Marita Poni, die auch Gemeinderätin der Demokratischen Partei des 1. Bezirks Tiranas ist. Sie führt uns in einen repräsentativen Hörsaal, in dem sie sich zusammen mit der Bezirksvorsteherin von der Sozialdemokratischen Partei, mit einem demokratischen Parlamentsabgeordneten und einem Sprecher der Uni an ein Podium setzt. Alle vier erklären uns vorwiegend auf Englisch einiges Wissenswerte über die Probleme und Fortschritte der albanischen Politik. Sie sind alle sichtlich bemüht, Optimismus zu verbreiten und einen positiven Eindruck zu erwecken und wirken umso gestresster, je länger das Gespräch und vor allem unsere anschließenden Fragen dauern.

Politiker aus Tirana

Politiker aus Tirana

Nach der gut zweistündigen Unterredung nützen einige von uns die Mittagspause, um direkt im Uni-Gelände im Fast-Food-Restaurant „Kolonat“ einzukehren. Wir finden es witzig, dass „Kolonat“ sowohl im Angebot als auch in der Aufmachung bis hin zum Schriftzug und zum Logo ein plumpes Imitat von „Mc Donald’s“ ist. Das Essen ist leidlich und für albanische Verhältnisse nicht billig. Für uns schon. Ein Cheeseburger mit Pommes frites und Cola kostet 350 Lek, das sind etwa 2,50 Euro.

Einige Unbeirrbare unserer Gruppe wagen nach dem Essen einen Bummel durch die Innenstadt von Tirana, obwohl es ohne Unterbrechung regnet.

Die anderen haben einen Nachmittagstermin bei der jungen Oppositionspartei G 99, die ihr Parteilokal in einer umfunktionierten Wohnung hat. Der Parteivorsitzende Erion Veliaj erzählt uns, dass seine Gruppe sich aus einer überparteilichen Protestplattform herausentwickelt hat zum Versuch, eine echte Alternative zu den etablierten Politikern zu bieten. Dass er von denen nicht viel hält, wird aus seinen Statements recht deutlich. Allerdings kommt er gänzlich ohne Beschimpfungen aus und behält stets einen freundlichen Ton bei. Er wirkt wesentlich entspannter als die PolitikerInnen vom Podium am Vormittag.

Unsere nächste Gesprächspartnerin ist Dr. Dolly Wittberger, Gender Expert des Austrian Coordination Office for Technical Cooperation. Sie klärt uns in ihrem Büro über „Gender Equality and Local Governance in Albania“ auf. Was am Anfang noch recht sperrig und bürokratieverdächtig klingt, wird dann durch Beispiele anschaulicher. Frau Wittberger spricht mit Bürgermeistern und Lokalpolitikern nicht nur über Frauengleichstellung und Vermeidung häuslicher Gewalt, sondern auch über Müllentsorgung oder den Bau von Toiletten in öffentlichen Einrichtungen und Schulen. Sie liebt Albanien und lebt gerne hier. Die Landessprache hat sie mittlerweile gut gelernt.

Gleich neben Frau Wittbergers Büro fallen wir zu fünfzehnt unangemeldet in eine gar nicht so große Pizzeria ein. Der Wirt, der erstaunlich gut deutsch spricht, bleibt freundlich und stressfrei. Bis wir die Pizzen bekommen, dauert es zwar eine Weile, dafür sind sie wirklich sehr schmackhaft. Und mit dem albanischen Rotwein, der wie meistens in dieser Woche sehr gut trinkbar ist, lässt sich die Wartezeit schön aushalten.

SA 13. FEB: Tirana und Kruje

Der morgentliche heftige Regen geht allmählich in nicht minder heftigen Schneefall über. Im Projekt ASIRIS betreuen Sozialarbeiter und ehrenamtliche Helfer Straßenkinder, vorwiegend Roma. Der Projektleiter erzählt uns von seiner Arbeit in dem Haus, in das die Kinder täglich in ihren Anliegen kommen: weill sie sich duschen wollen, etwas zu essen haben wollen, Kleidung brauchen etc. Einem Kind das Bedürnis beizubringen, sich die Zähne zu putzen, ist hier ein Erfolg.

Verkehr in Tirana

Verkehr in Tirana

In der Mittagszeit kommen ein paar Sonnenstrahlen heraus – für manche von uns eine willkommene Gelegenheit, für ein, zwei Stunden auf eigene Faust durch Tirana zu streifen. Die Stadt ist in den letzten Jahren sehr gewachsen. Es wird auch nach wie vor heftig gebaut. Die Geschäfte sind in aller Regel winzig bis höchstens mittelgroß, und man hat den Eindruck, dass es häufig mehrere von der gleichen Sorte dicht nebeneinander gibt: Zum Beispiel wandere ich durch eine Straße mit einem Sitzmöbelladen neben dem anderen. Ich wundere mich, wie viel klobige, hässliche Sofas und Fauteuils auf unserer Welt produziert werden. An Verbrauchsgütern aller Art scheint in Albanien kein Mangel zu herrschen. In den unzähligen Läden, Auslagen und Ständen wirkt die Warenfülle ebenso aufdringlich wie der Müll an den Straßenrändern. Wie leicht sich der Durchschnittsalbaner seine nötigen Konsumartikel leisten kann, ist eine andere Frage. Das monatliche Pro-Kopf-Einkommen liegt irgendwo bei einigen hundert Euro – halb so viel wie im immerhin an Kriegsfolgen leidenden Bosnien.

Am Nachmittag ist noch ein Gespräch mit dem Weihbischof von Tirana angesetzt, in einem Gemeinderaum unterhalb der neuen Kathedrale. Der Bischof, ein Dominikaner und gebürtiger Malteser, betont, dass der Kommunismus in Albanien nicht sich nicht bloß atheistisch, sondern vielmehr anti-religiös gebärdet hat. Und abermals hören wir vom guten Einvernehmen zwischen den Religionen und Konfessionen.

Dann steigen wir wieder in unseren Reisebus und verlassen Tirana. Auf dem Weg Richtung Norden machen wir Station in der alten Bergstadt Kruje. Wir gehen durch den im Sommer sicher von vielen Touristen bevölkerten, heute aber nahezu menschenleeren Basar hinauf zur Burg, von der aus im 15. Jahrhundert der Nationalheld Skanderbeg Abwehrkämpfe gegen die Osmanen geführt hat, die lange Zeit erfolgreich blieben. Dem Skanderbeg ist auch das relativ modern gestaltete Museum im Burginneren gewidmet. Der Abend klingt in einer Pizzeria gleich neben der Burg aus. Einen besonderen Anlass zum Feiern haben Übersetzerin Kordi und ihr Freund Thomas: Sie werden nicht mit uns nach Graz zurückfahren, sondern sich am nächsten Tag in Kordis Heimatstadt Shkodra offiziell verloben. Wir singen „Viel Glück und viel Segen“. Alois spendiert noch eine Runde Raki, dann folgt die Nachtfahrt über Nordalbanien und Montenegro zurück an die dalmatinische Küste.

SO 14. FEB: Mostar und Sarajevo

Die Fahrt an diesem Sonntag gestaltet sich hindernisreich. Zuerst müssen die Busfahrer mitten in der Nacht auf einer Bergstraße knapp vor der bosnischen Grenze umkehren, weil es wegen des vielen Schnees ein Weiterfahren zu riskant wäre. Das bedeutet fast eine halbe Stunde lang Rückwärtsgang im Schritttempo über eine schmale verschneite Alleestraße. Am Morgen ist im kroatischen Küstenort Mlini bei Dubrovnik die Straße wegen eines Unfalls gesperrt. In einiger Entfernung sehen wir ein völlig zerstörtes Autowrack mitten auf der Straße und erfahren, dass bei dem Unfall zwei Menschen getötet wurden. Mit einer Wartezeit von 90 Minuten sei zu rechnen. Als die Busfahrer nach einiger Zeit gesagt bekommen, dass die Unfallstelle auch umfahren werden kann, ist ein guter Teil unserer Gruppe irgendwohin Kaffeetrinken gegangen. Bis wir endlich wieder abfahren, sind zwei Stunden vergangen.

Dennoch nehmen wir uns nach der Fahrt durch das Neretva-Tal zu Mittag Zeit, die bosnische Stadt Mostar zu besichtigen – einschließlich Fotosession auf der berühmten steinernen Neretva-Brücke, die im Bosnienkrieg zerstört und anschließend wieder aufgebaut wurde. Im Bus klärt uns Thomas Moik über den Krieg, seine Ursachen und seine Folgen auf.

Neretva-Brücke in Mostar

Neretva-Brücke in Mostar

Als wir mit etlichen Stunden Verspätung in der verschneiten bosnischen Haupstadt Sarajevo ankommen, landen wir zunächst beim falschen Studentenheim. Es dauert wieder einige Zeit, bis wir das richtige Quartier, eine kath. Schule mit angeschlossenem Internat, gefunden haben.

Nachdem schon die ursprünglich anvisierten Termine beim Erzbischof und beim Caritas-Direktor ausfallen mussten, kommen wir auch noch zu spät zum Gespräch mit dem Hohen Repräsentanten der UNO für Bosnien-Herzegowina. Ein Teil der Verspätung ist auch dem zeitaufwändigen Gang durch die Sicherheitsschleusen zuzuschreiben. Valentin Inzko lebt gefährlich und ist ein vielbeschäftigter Mann als oberster Machthaber und Vermittler in dem immer noch von Konflikten zwischen den Entitäten der Kroaten, Bosniaken und Serben geprägten Land. Dennoch nimmt er sich zwei Stunden lang Zeit für ein Gespräch, bei dem nicht zuletzt die tiefen Wunden, die der Krieg von 1992-95 geschlagen hat, zur Sprache kommen. Inzko betont u. a., wie wichtig es für die Menschen sei, dass ihre bei Massakern ums Leben gekommenen und damals vielfach in Massengräbern verscharrten Familienangehörigen ordentliche Begräbnisse bekommen. Die Toten zu bestatten, sei auch historisch gesehen der Beginn der menschlichen Kultur, ein wesentlicher Unterschied zum Tierreich.

Unsere vierte und letzte Verspätung an diesem Tag betrifft die Messe mit katholischen Studierenden aus Sarajevo in der Priesterseminarkirche, die wir nicht auf Anhieb finden. Immerhin schaffen es früher oder später alle von uns zur anschließenden Party in den Räumen der Hochschulseelsorge, bei der auch eifrig E-Mail-Adressen ausgetauscht werden. Möglicherweise werden einige bosnische Studierende zur für Christi Himmelfahrt geplanten Österreichischen Studierenden Stern-Wallfahrt nach Mariazell kommen.

Nach einer ruhigen Nacht im Internat, dessen Zimmer geheizt und dessen Duschen Warmwasser haben, sehr im Gegensatz zu unserem Quartier in Tirana, und einem Frühstück in einem auch dafür vorgesehenen Raum setzen wir uns in den Bus, der uns in etwa 8 Stunden über den serbischen Landesteil Bosniens und über Kroatien und Slowenien nach Graz bringt.

Robert Kaspar

KHJ

KHJ-Wochenende in Obertraun / Hallstättersee

10. November 2009

„Leib & Seel’“
„Body & Soul“
Freitag, 4. bis Sonntag, 6. Dezember 2009
Anmeldung bis Freitag, 27.11. im KHG/J-Büro

Programm (Änderungen möglich)

Freitag, 4. Dezember

12.40 Treffpunkt KHG-Foyer
12.48 Abfahrt Straßenbahn
13.11Ankunft Hauptbahnhof, Fahrkartenkauf Automaten
13.25 Abfahrt REX 3420
15.30 Ankunft Obertraun, Quartierbeziehen, kurzer Spaziergang
16.30 Teeverkosten, Teil 1, mit Julia Kleinhans
17.30 Impulse
„Die Lust am Aufstieg. Was den Bergsteiger in die Höhe treibt“
Buchvorstellung in gesellschaftskritischer Absicht
von Thomas Würthinger und Robert Kaspar
„Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt.“ Lauf-Erfahrungen
von David Schellander
19.00 Abendessen
20.00 Origami mit Michael Mayrhofer

Danach Offenes Abendprogramm.
Z B. Rückenmassage, Musikhören, Singen, Watten, Tarockieren, sonstige Spiele nach Lust und Laune

Samstag, 5. Dezember

FREIWILLIG:
7.00 Laufen und optionales In-den-Hallstättersee-Springen am hauseigenen Badeplatz
8.00 Allgemeines Aufstehen
8.15 Morgenlob
8.30 Frühstück
Danach je nach Wetter: Ostuferweg oder sonstige (kleine) Wanderung
Während der Wanderung Impuls von Thomas Würthinger: Zen-Habits
Jause oder Einkehren ins Wirtshaus
Ca. 16.00 Rückkehr und Kochen
17.00 Essen
19.00 Teeverkosten, Teil 2, mit Julia Kleinhans und
Biblischer Impuls von Robert Kaspar: „In meinem Element sein“.

Danach Offenes Abendprogramm:
Z. B. Brioche-Backen mit Robert Kaspar
Saturday Night in der neueröffneten Haifisch-Bar…

Sonntag, 6. Dezember (2. Adventsonntag)

FREIWILLIG:
7.30 Laufen und optionales In-den-Hallstättersee-Springen am hauseigenen Badeplatz
8.30 Allgemeines Aufstehen
8.45 Morgenlob
9.00 Frühstück mit Tee-Verkosten Teil 3 mit Julia Kleinhans
11.00 „SURVIWELLNESS“ Lebensentwürfe zwischen den Extremen.
Impuls von N.N.
12.00 Aufräumen
13.07 oder 14.29 Abfahrt Bhf Obertraun (Jausnen im Zug)
16.01 oder 17.01 Ankunft Linz Universität

Bitte mitnehmen:
Hüttenschlafsack (=sehr leichter Schlafsack) oder Bettwäsche, Hausschuhe, geländetaugliche Schuhe, Kleidung je nach Wetter
Was Du sonst zum Wohlfühlen brauchst
Ca. 10 Euro für Lebensmittel und Getränke (werden zentral eingekauft). Für KHJ-Mitglieder werden die Kosten für Fahrt und Unterkunft werden von der KHG übernommen.
Für Nicht-Mitglieder übernimmt die KHG die Quartierkosten.

Auf ein gemütliches und interessantes Wochenende freuen sich

Julia Kleinhans, Michael Mayrhofer, David Schellander, Thomas Würthinger und Robert Kaspar.

Advent, KHJ

Von U-Kunst und E-Kunst – Bildungstagung 2009 der KHJÖ in Linz

29. Mai 2009

Von Christi Himmelfahrt an waren Wallfahrer-Gruppen der Katholischen Hochschuljugend Österreichs (KHJÖ) drei Tage lang aus unterschiedlichen Richtungen sternförmig auf den Pöstlingberg unterwegs gewesen. Am Sonntag danach hielt die KHJ in den Räumen der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Linz am Campus der Johannes-Kepler-Universität ihre diesjährige Bildungstagung ab. Thema: „wenn wir die bilder nicht hätten. – Bild und Kult, Kunst und Religion.“

Der Titel nimmt Bezug auf ein bilder-freundliches Gedicht des Priesters und Lyrikers Wilhelm Willms (1930-2002). Aus Anlass des Kulturhauptstadtjahres 2009 waren zur KHJ-Bildungstagung erstmals auch interessierte Nicht-Mitglieder eingeladen. Als Mitveranstalter konnten das Forum Sankt Severin, die Kunstuniversität Linz sowie das Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie der Katholisch-Theologischen Privatuniversität gewonnen werden.

Die Leiterin des letztgenannten, Univ.-Prof. Dr. Monika Leisch-Kiesl, sprach sich in ihrem Eröffnungsvortrag „Wahre und falsche Bilder. Christusdarstellungen im Lauf der Zeit“ für eine Vielfalt (nicht Vielzahl!) von Bildern in liturgischen Räumen aus. Man könne Bilder auch von Zeit zu Zeit auswechseln. Auf ein hyperrealistisches Bild könnte zum Beispiel ein ganz abstraktes folgen. Wichtig sei, dass das Bild die Vorstellungen der Gläubigen nicht in eine ganz bestimmte, allzu eindeutige Richtung dränge. Bilder wie liturgische Räume sollten „Raum geben“.

Am Nachmittag konnten die etwa 60 TeilnehmerInnen der Veranstaltung zwischen drei Workshops wählen. Der Workshop mit Univ.-Prof. DDr. Günter Rombold, dem Künstler Manfred Erjautz und dem Grazer Hochschulseelsorger Alois Kölbl galt der Frage „Muss Kunst provozieren?“. Ein zweiter Workshop mit dem Architekten DI Andreas Heidl und der Kunsthistorikerin Dr. Martina Gelsinger setzte sich am Beispiel des Raumes der Stille in der KHG und des Trauungssaals im Neuen Rathaus Linz mit der architektonischen Inszenierung besonderer Räume auseinander. Die dritte Gruppe traf Kunstreferent MMMag. Hubert Nitsch vor dem Mariendom zum Gespräch über das diözesane Linz-09-Projekts „Turmeremit“ als „Bild für das ganze Leben“. Die Domturmbesteigung war dabei ein besonderer Höhepunkt.

Den Abschluss der Bildungstagung machte der Schweizer Ausstellungsmacher und Kunst-Dozent Paolo Bianchi im Audimax der Kunstuni mit seinem Referat „Gott ausstellen – Religion in der zeitgenössischen Kunst“. Er begann mit der These, dass man heute „alles ausstellen könne, also auch Gott“. Dann brachte Bianchi, der auch für das Linz-09-Projekt „Höhenrausch“ verantwortlich zeichnet, aber vor allem Beispiele vom Ausstellen verschiedener Glaubensformen. Schließlich zeigte er Bilder einiger „Skandal-Kunstwerke“ der letzten Jahre: den berühmt gewordenen gekreuzigten Frosch von Martin Kippenberger, die Maurizio-Cattelan-Installation mit dem Motiv eines von einem Meteoriten erschlagenen Papst Johannes Paul II. von oder, vom selben Künstler, „Him“ – eine Plastik eines auf den Knien betenden Adolf Hitler.
Die Fragen und Diskussionsbeiträge im Anschluss an den facettenreichen Vortrag zeigten das Publikum angeregt, aber nicht aufgeregt und zum Teil ein wenig ratlos.

Fazit im musikalischen Bild: Gut gemachte Unterhaltungsmusik hat ihre Reize, wenn man sich von vornherein darauf einstellt. Eigentlich hätte der Titel „Gott ausstellen“ den BesucherInnen schon vorher sagen können, dass hier nicht allzu ernste Töne erklingen würden. Wer wie ich mit der vagen Erwartung gekommen war, Erhebendes der Kategorie E, etwa eine Messe von Anton Bruckner zu hören, wurde enttäuscht. Gegeben wurde nämlich „Im Weißen Rössl“.  Wer sich darauf einlassen konnte, durfte sich jedoch über eine kurzweilige und auch geistreiche Inszenierung freuen.

Robert Kaspar

Diskussionsveranstaltung, KHJ

Ostervorbereitung

17. März 2009

Eine leibliche, seelische und geistige Einstimmung auf OsternOstern2009
Gemeinsam mit P. Johannes Herz SJ ist an diesem Wochenende  Zeit, sich diesen Fragen zu widmen. Daneben gibt es auch genügend ZEIT ZUM AUSSPANNEN.

3. – 5. April 2009,

auf der Anton-Dupal-Hütte in Kleinreifling

Anmeldung bis 27.3. im KHG/KHJ-Büro
Unkostenbeitrag für Studierende: 30 Euro
Nähere Informationen bei Daniel Reischl, Sarah Mayer und Robert Kaspar

Bibel, Gottesdienst, KHJ

Wir kommunizieren uns zu Tode!

16. März 2009

HEUTE, Montag, um 19:30 startet in der KHG-Bibliothek der MEDIENKRITISCHE LESEKREIS
unter der Leitung von David Schellander,  Mechatronik-Diplomand und Stv. Vorsitzender der KHJ Linz (Kontakt: david.schellander@gmx.at),

Anhand des Buches „Wir kommunizieren uns zu Tode. Überleben im digitalen Dschungel“ von Gerald Groß (2008) werden die Auswirkungen von Internet und Handy auf unsere Sicht der Welt und auf unsere Privatsphäre betrachtet. Dabei stellt sich z. B. die Frage, ob uns Handy, E-Mail, YouTube und Co. mehr Freiheiten oder mehr Abhängigkeiten gebracht haben. Und überhaupt, was sind Informationen noch wert, wenn das Wissen der Welt von jedem Menschen verwaltet werden kann – siehe Wikipedia?

Weitere (ca. drei) Treffen werden beim 1. Treffen vereinbart.

Am Montag, dem 22. Juni wird der Autor Gerald Groß, bekannt aus der ORF-ZiB, zum Gespräch und zur Diskussion in die KHG kommen.

KHG, KHJ, Lesekreis