KHJÖ Bildungstagung und Vollversammlung 2012

9. April 2012

Wie jedes Jahr im März fanden auch heuer wieder die Bildungstagung und die Vollversammlung der KHJÖ statt, diesmal übernahm der Hochschulort Leoben die Rolle des Gastgebers. Am Freitag, den 23. März, reisten die Teilnehmer aus den anderen Universitätsstädten Graz, Salzburg, Linz und Wien am Nachmittag an und trafen sich zusammen mit den Leobnern im Studentenheim Collegium Josefinum. Die unter dem Motto „Ethik in Forschung und Technik“ stehende Bildungstagung konnte beginnen.

Insgesamt drei Referenten nahmen zu diesem Thema Stellung. Professor Antretter machte sich als erster Vortragender Gedanken zu „Christliche Verantwortung in Wirtschaft und Technik“. Im Mittelpunkt standen die Definitionen von Ethik und Moral sowie der Stellenwert von Verantwortung im Berufsleben. Zitat: „Weil der Mensch mit Freiheit begabt ist, ist er zur Verantwortung verpflichtet. Verantwortung begründet die Mündigkeit des Individuums und beauftragt damit zur Sorge um sich, Sorge um die menschliche Umwelt sowie Sorge um die Konstitution des menschlichen Lebens und um die inneren Bindungen der Gesellschaft.“ Professor Millahn wiederum versuchte danach uns in seinem Vortrag „Wissenschaft und Ethik – Ethik und Wissenschaft“ ein Gespür dafür zu geben, wem wir im Zuge unseres beruflichen Daseins zur Verantwortung verpflichtet sind und wie die Reihenfolge dieser Verpflichtungen zu setzen ist. Den Abschluss bildeten Herr Magister Kozina und Herr Magister Gelinek, die uns Ethik im wirtschaftlichen Alltag anhand der Gemeinwohlökonomie erklärten. In unserem jetzigen Wirtschaftssystem werden dem Finanzgewinn, der Vormachtstellung und dem Konkurrenzkampf oberste Prioritäten zugesprochen. Im Gegensatz dazu legt die Gemeinwohlökonomie im besonderen Wert auf das Glück der Menschen und eine intakte Umwelt. Es steht also die Optimierung des Gemeinwohls im Vordergrund, der Profit und die Gewinnmaximierung sollten nicht die Richtungsgeber im wirtschaftlichen Alltag sein.

Mit vielen neuen Ideen und Gedanken nahmen wir in der Mensa der Montanuniversität ein stärkendes Abendessen ein. Im Anschluss trafen wir uns noch in der Stadtpfarrkirche St. Xaver zu einer kurzen Andacht. Pfarrer Dr. Markus Plöbst gab uns noch einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Kirche und der Pfarre. Der Abend galt dem Plaudern und Austausch zwischen uns Studenten, ein Spaziergang auf die Massenburg sowie gemütliches Fortgehen in Leoben rundeten das doch sehr intensive Programm dieses Freitags ab.

Der darauffolgende Samstag begann bereits um halb 8 mit einer Morgenmesse. Mit vielen rhythmischen Liedern wurde etwaige noch vorhandene Müdigkeit erfolgreich weggefegt. Nach einem stärkenden Frühstück begann dann um 9 Uhr die Vollversammlung, deren wichtigster Inhalt die Wahl eines neuen KHJÖ-Bundesteams war. Fabian Pollesböck aus Leoben wird neuer Vorstand, seine Stellvertreterin wird Martina Krautgartner, Mitglied der KHJ Salzburg. Joel Guerrini, ebenfalls ein Leobner, wird sich der Finanzen annehmen. Thomas Würthinger, der bereits mehrmals im Bundesteam aktiv war, wir sich als Auslandsreferent um die Intensivierung der Beziehungen zu katholischen Studierendenorganisationen, vor allem im Ausland, kümmern. Vernetzung ist heutzutage ein großer Stellenwert zuzuschreiben. David Neuber wird dieses schlagkräftige Team als Generalsekretär weiterhin tatkräftig unterstützen. Außerdem bleibt Dr. Markus Schlagnitweit als Hochschulseelsorger für die KHJÖ aktiv. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung war ein Bericht über die Februarexkursion 2012 nach Armenien sowie die Überlegung eines neuen Reiseziels für das Frühjahr 2013. Die Vollversammlung diente außerdem zum Austausch der einzelnen Hochschulorte über deren stattfindende Veranstaltungen im Jahreskreis und Zielsetzungen für das kommende Jahr.

Nach dem Mittagessen fand noch ein kurzer Ausflug zum „Eine Welt AG Handelszentrum“ in das benachbarte Niklasdorf statt. Die Inhaberin empfing uns sehr herzlich und gab uns mit einer kurzen Präsentation Einblicke in ihre Unternehmensphilosophie. Ihre Handelspartner stammen aus vielen Ländern dieser Welt, gute Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung der einzelnen Arbeiter sind ihnen neben der ausgezeichneten Qualität ihrer Produkte äußerst wichtig. Der Firmensitz beim Bahnhof Niklasdorf ist ein Neubau und ist das erste gewerblich genutzte Holz-Passivhaus Europas. Eine Führung durch die Räumlichkeiten und eine kurze Erläuterung der technischen Funktionsweise eines solchen Bauwerks zeigten uns neben der bereits erwähnten Unternehmensphilosophie, wie man gesellschaftliche Verantwortung und Moralvorstellungen im Berufsleben erfolgreich einbinden kann.

Jede Vollversammlung ist anders, jede hat ihren eigenen Charakter, was vor allem durch das Thema der Bildungstagung wesentlich geprägt wird. Was jedoch alle gemeinsam haben ist der Rahmen, der diese Veranstaltung jedes Mal umspannt: wissensdurstige, gläubige Studenten, die am Austausch mit anderen interessiert sind. Wie jedes Jahr war auch diesmal Zeit für Gespräche, Diskussionen, das Kennenlernen von netten Menschen und das Schließen neuer Freundschaften. Jeder von uns freut sich schon auf die nächste gemeinsame Veranstaltung mit den anderen Hochschulorten und besonders auf die Vollversammlung der KHJÖ im nächsten Jahr, die in Wien stattfinden wird.

Wolfgang Ziegler, KHJ Leoben

Bildungstagung

Fotos KHJ Bildungstagung und Vollversammlung 2012

8. April 2012

KHJÖ-Februarexkursion nach Lemberg

23. Dezember 2010

Die diesjährige Februarexkursion der KHJÖ geht mit dem Zug Lemberg, eine Stadt in der Ukraine mit einer berühmten Altstadt, der zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. Im Rahmen der Reise wird es Treffen mit Studenten sowie mit religösen Vereinigungen und Hilfsorganisationen geben.

Hier die Eckdaten:

  • Zeitraum: Samstag 5.2.- Sonntag 13.2.2011
  • Reisemittel: Zug (Schlafwagen) von Wien aus
  • Gruppengröße: 25-30 Studentinnen und Studenten aus den KHJ-Hochschulorten
  • Kosten: 290 EUR

lemberg

Februarexkursion

Stellungnahme zu den Sparmaßnahmen der österreichischen Bundesregierung

10. November 2010

Mit großer Sorge beobachten wir österreichischen HochschulseelsorgerInnen die politischen Entwicklungen und Maßnahmen der letzten Jahre bezüglich der Universitäten. Die jüngst diskutierten Sparmaßnahmen erscheinen uns zum einen als Ausdruck einer bereits länger währenden, gesteuerten Entwicklung von einer umfassenden universitären Bildung hin zu einer Verkürzung auf die engen Grenzen einer Berufsausbildung, die wir für höchst bedenklich halten. Zum anderen sind wir im Blick auf die konkrete Diskussion der letzten Wochen der Meinung, dass die Verkürzung der Auszahlung der Kinderbeihilfe auf das 24.Lebensjahr unangemessen und unausgewogen ist, zumal, da sie auf Kosten von Familien und Studierenden geht.

Maßnahmen, die bedeuten, dass später eingeschult zu werden, ebenso bestraft wird wie das Absolvieren einer HTL o.ä, und die implizit besagen, dass das Bakkalaureat als das im Vergleich zum Masterstudium bewusst forcierte Normalstudium sein sollte, halten wir für wenig zielführend. Dass dadurch nicht zuletzt auch ehrenamtliches Engagement mehr und mehr verunmöglicht wird – langfristig ganz sicher eine Schwächung der Zivilgesellschaft – finden wir besonders problematisch.

Aufgrund dieser und anderer unserer Meinung zu wenig bedachter Folgen der Sparmaßnahmen möchten wir uns im Interesse aller Studierenden aber auch unseres Landes insgesamt für ein Über- und Neudenken des Sparpaketes einsetzen!

Pfr. Mag. Manfred Perko

Für die Evang. Hochschulpastoralkonferenz Österreichs

Hochschulseelsorger Alois Kölbl

Für die Kath. Hochschulpastoralkonferenz Österreichs

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